Mitte

Eine Schale gegen das Vergessen

- Es ist das dritte Denkmal im Berliner Regierungsviertel, das den Opfern des Holocausts gewidmet ist: Am Mittwoch wird nahe des Reichstags am Simsonweg das Denkmal für die von den Nazis ermordeten Sinti und Roma eingeweiht. Nach den Juden und Homosexuellen erhalten damit auch die rund 500.000 getöteten Angehörigen dieser Volksgruppe in Berlin einen Ort der Erinnerung - 67 Jahre nach Kriegsende. Die Gedenkstätte wird im Beisein von Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem Vorsitzenden des Zentralrats der Sinti und Roma, Romani Rose, in einem Festakt der Öffentlichkeit übergeben. Der aus Israel stammende Bildhauer Dani Karavan hat das Denkmal gestaltet. Es besteht aus einem zwölf Meter breiten, runden Wasserbecken, in dessen Mitte sich eine Vertiefung befindet. In der Beckenmitte ist ein versenkbarer Stein angebracht, auf dem jeden Tag eine frische Blüte liegen soll. Auf dem Rand des Brunnens ist das Gedicht "Auschwitz" des italienischen Dichters Santino Spinelli eingraviert, der selbst Roma ist. Es beschreibt das unsagbare Leid der Holocaust-Opfer. Neben dem Denkmal sind Tafeln angebracht, die die Chronologie des Völkermords an Sinti und Roma darstellen.