Kunst

Zu schön, um nicht da zu sein

Das Festival of Lights zählt so viele Besucher wie nie zuvor. Am Sonntag geht es zu Ende

Nach ersten Hochrechnungen hat das Festival of Lights bereits am Freitag die Besucherzahlen von rund 1,5 Millionen vom vergangenen Jahr übertroffen. "Wir haben eine unglaublich große Beteiligung und eine ganz tolle Resonanz", sagte Festival-Veranstalterin Birgit Zander. Das 3-D-Video-Mapping, das in diesem Jahr zum ersten Mal zum Beispiel am Brandenburger Tor zu sehen ist, komme besonders gut an. Nach Auskunft von Birgit Zander sind die Light-Seeing-Touren stets ausgebucht und die Nacht der offenen Türen hat so sehr begeistert, dass beispielsweise die Führung der Berliner Immobilienmanagement GmbH an der Keibelstraße innerhalb von 24 Minuten ausgebucht war.

Wer sich die mehr als 70 bunt illuminierten Denkmäler, Häuser und Plätze noch anschauen möchte, kann dies bis einschließlich Sonntag. Um Mitternacht endet das diesjährige Festival. Der Potsdamer Platz wird auch am Sonntagabend noch einmal zum großen Treffpunkt für die Fans des Festivals. Künstler Philipp Geist hat alle Menschen gebeten, mit weißer Kleidung zu kommen. Weil die Projektion seiner begehbaren Lichtinstallation "Time Drifts - Words of Berlin" auf Weiß am besten wirkt, will er an die, die nicht in Weiß kommen können, weiße Overalls verteilen. Geist projiziert beim Festival of Lights Begriffe auf den Boden des Potsdamer Platzes, auf den Kollhoff-Tower und das Renzo-Piano-Haus. Dabei fließen Lieblingswörter der Besucher mit ein. "Sie sind Teil der Installation. Der Künstler baut jeden Tag die über unsere Homepage eingesandten Wörter ein, sodass die Menschen Teil des Kunstwerks werden", beschreibt Veranstalterin Zander das Projekt.

Internationale Anfragen für 2013

Im nächsten Jahr will die Festival-Veranstalterin nach eigener Auskunft noch mehr internationale Künstler beteiligen. Sie habe für 2013 bereits viele Anfragen, sagte Birgit Zander. In diesem Jahr haben mehr als 20 Künstler, Designer und Kreativ-Teams aus fünf Ländern für Farbe gesorgt. Auch die City Stiftung Berlin, die das Festival 2004 als Lichterfest gegründet hatte, ist am Sonntagabend mit dabei: mit einer Tandemradtour für blinde, sehbehinderte und sehende Radfahrer. Die Tour wird begleitet von Berliner Radsport-Promis wie Guido Fulst, Robert Förstemann, Emanuel Raasch, Rainer Podlesch und Dieter Stein. Sie werden die Tour am Sonntag um 19 Uhr am Washingtonplatz des Hauptbahnhofs starten. Dort wird der Konvoi nach der Fahrt durch die City auch wieder eintreffen.