Bildung

Neue Regeln für den Übergang an die Oberschule

Die Zugangsregeln für Oberschulen werden reformiert.

Eine von der Bildungsverwaltung berufene Expertengruppe hat entsprechende Vorschläge erarbeitet, die vom Schuljahr 2014/15 an gelten könnten. Demnach sollen Geschwisterkinder sowie die Wohnortnähe eines Kindes zur entsprechenden Schule auch dann stärker berücksichtigt werden, wenn an einem Gymnasium oder einer Sekundarschule die Plätze knapp sind. Das soll möglich werden, indem die Losquote verringert wird. Die bisherige Regelung sieht vor, dass bei starker Nachfrage 30 Prozent der Plätze verlost werden.

Einen Numerus Clausus für Gymnasien wie ihn Politiker der CDU gefordert haben, haben die Experten offenbar abgelehnt. Dafür haben sie Vorschläge gemacht, wie künftig Plätze für Rückläufer aus den Gymnasien frei gehalten werden können. Sie schlagen vor, im Schulgesetz zu regeln, dass die Bezirke aus schulorganisatorischen Gründen Plätze vorhalten dürfen. Paul Schuknecht, Vorsitzender der Vereinigung der Berliner Schulleiter, hält diesen Vorschlag für sinnvoll. Einige Bezirke wie etwa Charlottenburg-Wilmersdorf bräuchten diese Möglichkeit, andere nicht, sagte er. Wenn das Schulgesetz festlege, dass Plätze vorgehalten werden können, sei das rechtssicher, so Schuknecht weiter. Für fragwürdig hält der Vertreter der Berliner Schulleiter indes eine Geschwisterkindregelung. Das sei im Oberschulbereich nicht nötig, sagte er.

Zur Expertengruppe gehörten Schulleiter verschiedener Schulformen, Senats- und Bezirksvertreter sowie Mitglieder des Landeselternausschusses. Laut Koalitionsvereinbarung war es ihre Aufgabe, die seit zwei Jahren geltenden Regeln für den Übergang von der Grund- an die Oberschule zu überarbeiten. Paul Schuknecht bezeichnete die Zusammensetzung der Expertengruppe als gelungen. "Es wurden gute Lösungsvorschläge erarbeitet", sagte er. Alle Vorschläge der Experten sollen am Freitag veröffentlicht werden. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) wird diese Vorschläge dann in die parlamentarischen Gremien einbringen, wo sie erneut beraten werden.