Mitgliederzuwachs

In Berlin darf auf 18.000 Hektar gejagt werden

Immer mehr Jugendliche melden sich für Jagdkurse an

Berlins Jäger profitieren nach eigenen Angaben vom Bevölkerungszuwachs. Sie beklagen deshalb nur einen leichten Mitgliederschwund, sagte jetzt der Präsident des Landesjagdverbands Berlin, Ulrich Grasser. In den nächsten vier Jahren werde es ausreichend Nachwuchs geben, um alle Aufgaben wahrzunehmen. Längerfristig müsse sich sein Verband aber Gedanken machen.

Ziel sei zunächst, mehr Inhaber von Jagdscheinen als neue Mitglieder zu gewinnen. 2754 Menschen in der Hauptstadt haben nach Grassers Angaben einen Jagdschein in der Tasche. Dem Landesjagdverband gehören aktuell 750 Mitglieder an, "rund 27 Prozent aller Jagdscheininhaber", betonte der Verbandspräsident. Vor einem Jahr waren es noch 760 Personen. Grasser weiß, dass es "in der heutigen Zeit wichtig ist, Interessen gemeinsam zu artikulieren, damit sie die Gesellschaft wahrnimmt".

Auffällig sei, sagte Grasser, dass viele Jugendliche und Frauen zu den Jägerkursen kommen. 243 Frauen haben inzwischen einen Mitgliedsausweis des Landesjagdverbands. Als Erklärung für den Zuspruch junger Menschen verwies der Verbandspräsident auf die guten Ausbildungsmöglichkeiten in der Hauptstadt, weshalb viele Jugendliche nach Berlin zögen. "Wenn die Jugendlichen aus jagdlich geprägten Elternhäusern kommen, sind die Chancen groß, dass sie dem Verband beitreten oder an unseren Kursen teilnehmen."

Nach Zahlen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung darf in Berlin auf einer Fläche von mehr als 18.000 Hektar gejagt werden, davon sind etwa 14.000 Hektar Wald. "Für eine Stadt sind das beachtlich große Gebiete, natürlich nicht mit den Flächenländern vergleichbar", ergänzte Präsident Grasser. Um jagen zu dürfen, benötigen Jäger einen sogenannten Begehungsschein, der etwa für frühere Forstmitarbeiter kostenlos ist, für andere aber 400 Euro koste. In anderen Bundesländern gelte eine solche Berechtigung für drei Jahre. In Berlin sei er dagegen nur für zwölf Monate lang gültig, kritisierte Ulrich Grasser.