Ratgeber Gastronomie

Rosige Zeiten für Restaurants

Vom Tourismus-Boom der letzten Jahre profitieren in Berlin auch die gastronomischen Betriebe

Vom Tourismus-Boom in Berlin profitieren auch die gastronomischen Betriebe. Die Cafés und Restaurants sind voll, der Umsatz steigt. "Berlin ist nachgefragt. Es gibt Messen, Kongresse und Events wie die Fashion Week. Nicht nur die Restaurants und Cafés am Kurfürstendamm und in Prenzlauer Berg laufen ausgezeichnet", sagt der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes Berlin (Dehoga), Willy Weiland. Aber auch die Kiez-Bezirke Kreuzberg, Friedrichshain und Schöneberg gehören zu den gastronomischen Highlights der Stadt.

Mit einem Bruttoumsatz von rund zehn Milliarden Euro jährlich hat sich der Tourismus zu einer Schlüsselbranche in Berlin entwickelt. Mehr als 230.000 Menschen arbeiten in touristischen Betrieben der Stadt und tragen zu einem Großteil der Gesamtwirtschaft bei. Vor elf Jahren wurde eine Experten-Gruppe gegründet, um gemeinsam mit der Tourismuswirtschaft und dem Berliner Senat die Stadt auf die touristischen Fragen zu sensibilisieren, aber auch Impulse für neue Konzepte zu setzen. Mit dem Ziel, die Qualität in den verschiedenen Servicebereichen zu erhöhen und die Stadt künftig touristisch noch attraktiver zu machen.

Ein wichtiger Leistungsträger ist der Dehoga Berlin, der durch Trainingsangebote in Kooperation mit der Berliner Hotelfachschule, der Industrie- und Handelskammer und dem Senat versucht, viele Menschen für das Gastgewerbe zu gewinnen. Seit Jahren werden von Berlin Partner die besten Köche ausgezeichnet, der Berliner und Brandenburger Meisterkoch. "Das fördert Qualität und eine ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen den Topköchen. Eine außergewöhnliche Entwicklung für Berlin", so Weiland.

Dementsprechend schnell wachsen in Berlin die gastronomischen Betriebe. Nach Dehoga-Angaben gibt es in der Stadt rund 10.760 Restaurants, Cafés und Eisdielen, etwa 1940 Bars, Diskotheken und Tanzlokale sowie 1830 Kantinen und Catering-Unternehmen. Die Restaurantszene der deutschen Hauptstadt ist sehr multikulturell. Man kann hier von afrikanisch bis zypriotisch alles ausprobieren und eine kulinarische Weltreise machen. Der Trend geht jedoch stark zur einheimischen Küche. Viele Restaurants konzentrieren sich auf regionale Produkte und interpretieren die deutsche Küche neu.

Nach Dehoga-Angaben ist die Gastronomie in Berlin "gut bestückt und sortiert". Die Kreativität der Stadt reflektiert sich in den Cafés, Restaurants und der Club-Szene. Mit dem Angebot an Event-Locations gehört die Catering-Sparte in Berlin zu den erfolgreichsten in ganz Deutschland. Im gehobenen Segment hat sich Berlin enorm entwickelt. Zwölf Sterne-Restaurants gibt es derzeit in der Stadt. Damit ist Berlin in diesem Bereich in Deutschland Spitzenreiter.

Sicherlich gibt es Konkurrenz unter den vielen gastronomischen Angeboten in Berlin. Es reicht heutzutage nicht mehr, nur gut zu kochen. Das Umfeld spielt eine immer größere Rolle. Man muss mehr bieten, um die Gäste zu locken. Die Atmosphäre muss stimmen, der Service sollte ausgezeichnet sein. Die Gäste wollen abschalten und den Alltagsstress loswerden. "Berlin in seiner Vielfalt ist ein hervorragender Standort für kreative Gastronomen. Wer gut und im Trend ist, ist in Berlin erfolgreich. Das ist Marktwirtschaft", sagt der Dehoga-Präsident.

Berlin benötigt für die Hotels zukünftig jährlich 30 Millionen Übernachtungen. In diesem Jahr werden es rund 24 Millionen sein. Weiland geht davon aus, dass die Stadt in den kommenden fünf Jahren dieses Ziel erreicht und 30 Prozent mehr Gäste an die Spree kommen. "Diese Gäste müssen gut versorgt werden". Der Dehoga-Präsident hofft für das Stadtbild, dass weiterhin viele Restaurants und Strassencafés existieren. "Die Stadt bietet hervorragende Möglichkeiten. Die Anwohner sollten die Gäste in ihrem Kiez als Bereicherung ansehen."