Demonstration

Protest vor Lesung von Heinz Buschkowsky in der Urania

Heinz Buschkowsky kommt zu spät zur Buchpräsentation in die Berliner Urania.

Nicht, weil der Protest vor dem Veranstaltungszentrum in Schöneberg so mächtig ist. Nur ein kleines Häuflein Demonstranten skandiert - abgeschirmt von etwa doppelt so vielen Polizisten - "Rassismus ist überall" und hält Plakate mit der Aufschrift "Tschüssi Kowsky" hoch. Vielmehr haben die Veranstalter den Beginn der Podiumsdiskussion am Donnerstagabend etwas hinausgezögert, stehen doch um halb Acht noch zahlreiche Besucher an der Tageskasse, um noch hinein zu gelangen. Die Veranstaltung sei mit 800 Besuchern restlos ausverkauft, freut sich dann auch Urania-Direktor Ulrich Bleyer, als es dann mit einer Viertelstunde Verspätung dann doch endlich losging. Der Neuköllner Bürgermeister und umstrittene Buchautor marschiert, begleitet von Bodygards, in den Humboldtsaal ein. Dort wird der SPD-Politiker ausschließlich mit Beifall und viel Wohlwollen empfangen. Auch auf der Bühne geht es harmonisch zu. Die Fragen stellt die türkischstämmige Journalistin Güner Yasemin Balci, die keinen Hehl aus ihrer Sympathie für Buschkowsky und sein Buch "Neukölln ist überall" macht. Statt ihn mit den teils harschen Reaktionen auch aus dessen eigenen politischen Reihen zu konfrontieren, gibt sie dem Neu-Autor zunächst nur die Stichworte.

Buschkowsky nimmt den Ball dankend auf, um seine Thesen von der vielfach misslungenen Integration von Einwanderern zu untermauern. Er spricht von brutaler Gewalt aus nichtigem Anlass, über in Parallelgesellschaften abgeschottete Familien und die aufkommende Subkultur der Vielehe. "Eine Gesellschaft, die die Forderung nach Integration gar nicht erst stellt, muss sich nicht wundern, dass keiner der Forderung nachkommt", so sein Fazit, für das Buschkowsky vom Publikum viel Beifall bekommt.