Kunst

Mit den Farben des Regenbogens

Mehr als 20 Künstler beleuchten beim 8. Festival of Lights Wahrzeichen der Stadt

Das Festival of Lights lässt Berlin ab dem 10. Oktober wieder hell erstrahlen. Bereits zum achten Mal werden mehr als 20 nationale und internationale Künstler die Wahrzeichen der Stadt in schillernden Farben zum Leuchten bringen, zwölf Tage lang, mit mehr als 90 Lichtinstallationen und Kunstaktionen. Unter dem Motto "Vielfalt des Lichts" wird das Festival, das mittlerweile zu einem festen kulturellen Ereignis in Berlin geworden ist, der Stadt wieder einen farbenfrohen Herbst schenken.

Eröffnet wird das Festival am Abend des 10. Oktober mit einem "LightsOn" auf dem Potsdamer Platz, wie die Veranstalter am Donnerstag mitteilten. Neu mit dabei sind die Europäische Kommission am Pariser Platz, die Bertelsmann-Repräsentanz und der Berliner Verlag. Der Berliner Dom trägt in diesem Jahr ein Winterkleid: Österreich präsentiert dort Motive der kälteren Jahreszeit.

Erneut mit von der Partie sind der Fernseh- und der Funkturm, die amerikanische Botschaft, der deutsche und der französische Dom, das Tempelhofer Feld und Siemens. Mithilfe einer erstmals verwendeten 3-D-Projektion schlüpft das Brandenburger Tor in das farbige Gewand verschiedener Wohnhäuser der Stadt.

Außer am Brandenburger Tor wird es noch weitere 3-D-Projektionen geben, sogenannte 3-D-Video-Mappings. So wird das Hotel de Rome an der Behrenstraße in ein Märchenkostüm gekleidet, und das Hotel Adlon strahlt unter einem Spiel verschiedener 3-D-Elemente. Zum ersten Mal werden in diesem Jahr auch die Wohnungsbaugenossenschaften Berlin beim Festival of Lights dabei sein. Anlass ist das "Internationale Jahr der Genossenschaften 2012". "Wir möchten zeigen, wie in Berlin gelebt und gewohnt wird", sagt Dirk Lönnecker aus dem Vorstand.

Philipp Geist lässt den Potsdamer Platz, das Zentrum des Festivals, hell erstrahlen. Der Künstler wird in diesem Jahr zum ersten Mal dabei sein und seine begehbare Lichtinstallation "Time Drifts - Words of Berlin" zeigen. Sie soll die Themen Zeit und Raum, Flüchtigkeit und Präsenz visualisieren. "Als die Anfrage kam, habe ich mich erst mal mit dem Ort Potsdamer Platz auseinandergesetzt", erzählt Philipp Geist. Da das Thema "Zeit" seine künstlerische Arbeit von Anfang an durchzogen hat, nähert er sich dem Potsdamer Platz aus dem Blickwinkel der Geschichte heraus. "Dieser Platz steht heute für Dynamik und Schnelligkeit wie kein anderer Ort Berlins. Es gab aber auch Zeiten des kompletten Stillstands", beschreibt Geist seine Faszination von dem Ort. Für seine Installation projiziert der 36-Jährige Begriffe, Worte und Ideen, die Berlin zum Thema haben, auf den Boden des Potsdamer Platzes und lässt so ein abstraktes Gemälde entstehen, einen bunten Teppich aus Worten. Besucher können bereits jetzt online oder in den Potsdamer Platz Arkaden eigene Begriffe einreichen, die dann in die Lichtinstallation integriert werden können. So soll ein Dialog zwischen dem Ort, den Besuchern und der künstlerischen Arbeit Geists entstehen.

Das Festival of Lights zieht jedes Jahr Menschen aus ganz Deutschland und dem Ausland nach Berlin. Gerhard Buchholz von Visit Berlin prognostiziert für dieses Jahr einen Anstieg der Besucherzahlen: "Das Berliner Event zählt zu den größten Illuminationsfestivals der Welt. Es hat sich zu einem international bedeutenden Publikumsmagneten entwickelt. Wir rechnen mit 600.000 zusätzlichen Übernachtungen für Berlin. Ein tolles Herbstgeschenk."

Die Lichtspektakel sind öffentlich und können an allen Abenden kostenfrei besucht werden. Möglich ist das zu Fuß, aber auch mit besonderen Touren per Bus oder Schiff. Weitere Infos unter www.festival-of-lights.de.