Kriminalität

Hochstapler zu Haftstrafe verurteilt

Falscher Investmentbanker hatte sich 200.000 Euro erschlichen

Ein wegen Betrugs vorbestrafter Hochstapler muss wegen erneuter Betrügereien ins Gefängnis. Das Landgericht Berlin verurteilte den 64-Jährigen am Dienstag zu drei Jahren und neun Monaten Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte von 2008 bis 2011 von zwei Frauen und zwei Männern insgesamt 201.000 Euro für private Zwecke erschwindelt hatte. Dafür hatte er sich als erfolgreicher Investmentbroker ausgegeben und vorgetäuscht, das Geld entweder gewinnbringend in der Schweiz anzulegen oder in seine Geschäfte zu investieren. Der aus Gladbeck im Ruhrgebiet stammende Betrüger hat das Geld für sich verbraucht. "Alles ist weg", hatte der Angeklagte im Prozess gesagt. Von Februar 2008 bis Juli 2011 hatte der einschlägig vorbestrafte Mann sich als angeblich versierter Börsenmanager in das Vertrauen der späteren Opfer geschlichen.

Im Prozess hatte der Mann ein Geständnis abgelegt. Seinen Angaben zufolge war er nach der letzten Haftentlassung mit seiner finanziellen Situation nicht klargekommen. Deswegen sei er auf die Masche mit dem Investment verfallen. Er ist wegen Betrugs und Missbrauchs von Titeln vorbestraft. Die Taten hatte er begangen, als er unter Bewährung stand.

Unter anderem hatte der Angeklagte 2010 während eines Klinikaufenthalts einer Mitpatientin Geld abgenommen. Das sei "besonders niederträchtig und schändlich", hieß es im Urteil. Zugleich gab das Gericht den Geschädigten eine Mitschuld. Die um ihr Geld betrogenen Opfer hätten es dem Angeklagten "leicht gemacht", hieß es. Es sei unglaublich, was sie sich hätten aufschwatzen lassen, ohne einen Vertrag in der Hand zu haben. Der Prozess ergab, dass der Angeklagte Renditen von 15 bis 30 Prozent versprochen hatte. Nur ein Geschädigter hatte eine geringe Summe zurückerhalten.

Eine der Frauen hatte der vermeintliche Investmentexperte mit Wohnsitz in Berlin über eine Partnerbörse im Internet kennengelernt. Schon nach zwei Wochen vertraute sie dem eloquenten Mann in einem Café 25.000 Euro an.

Im Urteil wurde darauf verwiesen, dass der Angeklagte sogar in der U-Haft versucht hatte, einem Mithäftling mit seiner Masche Geld abzunehmen. Der Staatsanwalt hatte daher an der vom Angeklagten geäußerten Reue "erhebliche Zweifel".

Der gravierendste Fall der Anklage wurde vom Gericht allerdings abgetrennt. Darin ging es um weitere 100.000 Euro, die der Angeklagte einer mit ihm befreundeten Medizinerin auf ähnliche Weise abgenommen haben soll. Laut Gericht wird der Fall gesondert verhandelt.