Bildung

Türkische Jugendliche sollen leichter eine Lehrstelle finden

Das Bundeswirtschaftsministerium fordert einen leichteren Berufsstart für Jugendliche mit türkischen Wurzeln.

Trotz einer geringen Arbeitslosenquote in Deutschland seien junge Migranten in Ausbildungsberufen unterrepräsentiert, sagte der Staatssekretär des Ministeriums, Ernst Burgbacher, am Dienstag bei einer Veranstaltung zum Programm "Integration durch Ausbildung" im Türkischen Haus in Berlin. "Dabei besteht ein ausreichendes Lehrstellenangebot", meinte Burgbacher.

Auch in Berlin sind noch Lehrstellen unbesetzt. 8000 Ausbildungsverträge wurden in diesem Herbst in Berlin im Zuständigkeitsbereich der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) neu geschlossen. Allein die Mitglieder der IHK stellten im Vergleich zum Vorjahr etwa 400 zusätzliche Ausbildungsplätze bereit. Dazu kommen weitere hundert Plätze bei den freien Berufen sowie 500 in der öffentlichen Verwaltung. Rund 430 Plätze waren Mitte September aber noch unbesetzt. Insgesamt werden in Berlin pro Jahr etwa 20.000 Ausbildungsplätze regelmäßig neu besetzt. Gerade wer Koch, Restaurantfachmann oder -fachfrau oder Hotelfachmann oder -fachfrau werden will, hat gute Chancen, einen Ausbildungsplatz in Berlin zu finden.

Der türkische Botschafter, Hüseyin Avni Karslioglu, forderte am Dienstag eine intensivere Förderung türkischer Jugendlicher. Eine Berufsausbildung sei ein wichtiger Schritt zur Integration. "Das ist die Grundvoraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben." Der Leiter des Bildungswerks in Kreuzberg (BWK), Nihat Sorgeç, sagte: "Die mittelständische Wirtschaft ist zu konservativ." Burgbacher wies darauf hin, dass die Anstellung von türkischen Jugendlichen nicht nur ein Beitrag für die Gesellschaft, sondern auch ein Vorteil für die Ausbildungsbetriebe selbst sei. Die kulturellen Wurzeln und Kenntnisse der jungen Migranten könnten zu einem Wettbewerbsvorteil werden.

Die Veranstaltung in Berlin war der Auftakt für ein deutsch-türkisches Programm, das die Ausbildungschancen türkischer Jugendlicher verbessern soll. Diese Jugendlichen sollen vor allem an kleinere und mittelgroße Ausbildungsbetriebe vermittelt werden.