Polizei

Vermisste 15-Jährige war in Wolfsburg

Zeugin sah die lebensbedrohlich erkrankte Jugendliche aus Treptow auf dem Polizeifoto und erkannte sie in Niedersachsen wieder

Die intensive Vermisstensuche der Polizei nach der 15-jährigen Antonia G. hat zum Erfolg geführt. Mit der Veröffentlichung eines Fotos hatte die Berliner Polizei am Dienstag um Hilfe bei der Suche nach dem Mädchen gebeten. Nur einen Tag später wurde die 15-Jährige von einer Frau im niedersächsischen Wolfsburg erkannt. Die Zeugin gab der Berliner Polizei sofort den entscheidenden Tipp. Da den Ermittlern der Hinweis als vielsprechend erschien, informierten sie die Eltern der Jugendlichen. Sie sollten nach Wolfsburg reisen, um die vermeintlich Gesuchte zu identifizieren. Die dort am Mittwoch erfolgte Gegenüberstellung mit dem Mädchen wurde zum erlösenden Happy End. Die erleichterten Eltern konnten ihre Tochter Antonia unversehrt in die Arme schließen.

Das nach Polizeiangaben magersüchtige Mädchen war seit vergangenem Sonntag vermisst worden. Dass die Ermittler davon ausgingen, dass Antonia dringend ärztliche Hilfe benötigt, verlieh der Fahndung eine besondere Brisanz, denn ohne fremde Hilfe hätte die Jugendliche sich wohl in einem lebensbedrohlichem Zustand befunden.

Vor ihrem plötzlichen Verschwinden war die 15-Jährige am Sonntag im Berberitzenweg in Treptow gesehen worden. Sie hatte ihre elterliche Wohnung in den Mittagsstunden nach einem Streit ohne Geld, Handy und Ausweispapiere verlassen. In der mehrere Straßenzüge entfernten Bodelschwinghstraße 22 wurde später das Fahrrad der Schülerin entdeckt. Wo sich die 15-Jährige seither aufgehalten hat, ist nach Angaben der Polizei bis Mittwochabend völlig unklar. "Wir haben keine Spur", sagte ein Polizeisprecher noch am Mittwochnachmittag. Immerhin hatte es zu diesem Zeitpunkt keine Hinweise auf eine Straftat gegeben. Am Dienstag hatte die Polizei den Nahbereich rund um die in Treptow gelegene Wohnung der Familie von Antonia G. mit einem Großaufgebot abgesucht. Beamte einer Einsatzhundertschaft durchkämmten Straßen, Hinterhöfe und Grünflächen. Auch Personensuchhunde waren bei der systematischen Suchaktion im Einsatz gewesen. Die Wasserschutzpolizei fuhr zudem die Gewässer des Treptower Parks auf der Suche nach dem vermissten Mädchen ab.

Wie die Vermisste schließlich nach Wolfsburg gelangt ist, was sie dort unternommen und wo sie übernachtet hat, blieb zunächst unklar. Die Polizei konnte hierzu bis zum Redaktionsschluss noch keine näheren Angaben machen. Es gab offiziell lediglich die Bestätigung, dass die 15-Jährige wieder in der Obhut ihrer Eltern ist.