Alexander Khuon

Erfolgreich freigeschwommen

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Caroline Rudelt

Alexander Khuon feiert in den nächsten Tagen gleich zwei Premieren

Entspannt wirkt er, trotz der recht frühen Stunde. Einzig die leichten Schatten unter den Augen verraten, dass Alexander Khuon derzeit wenig Schlaf bekommt. Verständlich, ist es doch nicht nur die Premiere von "Ihre Version des Spiels" im Deutschen Theater, in der sich der Schauspieler am heutigen Dienstagabend an der Seite von Corinna Harfouch beweisen muss - immerhin eine Uraufführung des Stücks der französischen Erfolgs-Autorin Yasmina Reza. Gleich einen Tag später feiert der 33-Jährige erneut Premiere: In dem Kinofilm "3 Zimmer/Küche/Bad" spielt er einen Frauenhelden, der sich nicht festlegen möchte, ständig auf der Suche ist. Sicherlich sei das ein Phänomen seiner Generation, sagt er. "Die Möglichkeiten, mit denen wir aufwachsen, erschlagen einen fast." Und natürlich kenne er die Angst davor, sich einzurichten in seinem Leben. Weniger privat, da fühle er sich in Berlin angekommen. Vielmehr bedinge sein Beruf ein stetes Gefühl der Unruhe. "Ich glaube, es ist wichtig, wach zu bleiben, sich selbst ständig zu überprüfen."

Recht konsequent liest sich dagegen sein Lebensweg. Als Sohn von Ulrich Khuon, Intendant des Deutschen Theaters, in Freiburg aufgewachsen, war es sein "erster Berufswunsch" Schauspieler zu werden. "Meine allererste Rolle war die eines fetten Pfannkuchens bei einem Kindergeburtstag - und das hat mich nicht abgeschreckt." Genauso wenig wie das Bewusstsein, einen Namen zu tragen, der bekannt ist in der Branche. Im Gegenteil, sagt Alexander Khuon: "Durch meinen Vater habe ich einen sehr realistischen Einblick in die Branche bekommen."

Trotzdem wollte er sich nicht dem Vorwurf aussetzen, durch ihn den Einstieg geschafft zu haben. So bewarb er sich auf der Schauspielschule, ohne vorher mit ihm zu sprechen. Er ging seinen Weg, kam 2004 zum Deutschen Theater, erarbeitete sich seine Engagements, auch im Film. Als Ulrich Khuon dann verkündete, von Hamburg nach Berlin zu wechseln, da habe er schon überlegt, die Stadt zu verlassen. "Ich wollte nicht, dass die Kantine verstummt, wenn ich sie betrete." Er blieb schließlich, bereut hat er es nicht. "Dank unserem Betriebsdirektor Michael de Vivie kann ich Film und Theater verbinden. Das ist viel wert." Und wenn Kritik vom Vater komme? "So was nehme ich fachlich. Wir Schauspieler stehen eben zur Diskussion." Für ihn dürfte das momentan allerdings nicht gelten.