Nahverkehr

S-Bahn baut im Süden der Stadt

Die Ringbahn und die S2 sind betroffen. Auch bei der U-Bahn gibt es im nächsten Jahr Sperrungen

"Dieser Zug endet hier. Bitte umsteigen zum Ersatzverkehr mit Bussen." Diese Ansage kennen Nutzer von S-Bahn und U-Bahn in Berlin zur Genüge. Meist sind Bauarbeiten der Grund, wenn Linien - teilweise wochenlang - unterbrochen werden. Auch wenn jene zum Erhalt der Infrastruktur nötig sind, sind die zahlreichen Baustellen im Netz für die Fahrgäste vor allem eines: ärgerliche Hindernisse. Daran wird sich auch im kommenden Jahr nichts ändern, wie S-Bahnchef Peter Buchner und BVG-U-Bauchef Uwe Kutscher jetzt bestätigten. Zahlreiche große Bauprojekte werden nach ihren Angaben auch 2013 für erhebliche Einschränkungen sorgen.

Bei der S-Bahn müssen vor allem Fahrgäste im Süden der Stadt mit Ausfällen, Streckensperrungen und verlängerten Takten rechnen. Im Sommer 2013 nimmt das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn nämlich gleich zwei Großvorhaben in Angriff: die Grunderneuerung des südlichen Abschnittes der Linie S2 (Bernau-Blankenfelde) und den Austausch von Gleisen auf der südlichen Ringbahn zwischen den Stationen Bundesplatz und Südkreuz.

Auf der S2 wird es in der Bauphase abschnittsweise nur ein Gleis geben, wie Buchner bestätigte. Für zwei Monate, voraussichtlich von Mitte Juni bis Mitte August fahren die Züge deshalb nur alle 20 Minuten. Vor allem im morgendlichen Berufsverkehr drohen dann überfüllte Bahnen.

Noch härter trifft es aber die Nutzer der Ringbahn. Für mehrere Wochen wird die wichtige Verkehrsverbindung zwischen Bundesplatz und Südkreuz vollständig unterbrochen, um die etwa 20 Jahre alten Gleise zu erneuern. Als Ersatz fahren dann Busse. Und noch ein weiteres Großprojekt steht für das kommende Jahr auf dem vorläufigen Bauzeitplan der S-Bahn. Im Nord-Süd-Tunnel der Linien S1, S2 und S25 müssen ebenfalls die Schienen ausgewechselt werden - mit erheblichen Auswirkungen auf den Verkehr in der Innenstadt. Baubeginn ist voraussichtlich im Spätherbst. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die zwischen Friedrich- und Französische Straße unterbrochene U6 am 31. Oktober 2013 wieder fährt.

Bauarbeiten auch bei der U-Bahn

Diesen Zeitplan bestätigte U-Bahndirektor Kutscher jüngst auf einer Veranstaltung des Fahrgastverbandes Igeb. Zugleich kündigte er für 2013 weitere Baustellen im Netz an. So wird es bereits im März kommenden Jahres eine einwöchige Vollsperrung der Linie U1 am Bahnhof Uhlandstraße geben. Grund sind Arbeiten an den Weichen. Viel länger werden die Fahrgäste der U5 mit Einschränkungen leben müssen. Bis zu zehn Wochen lang will die BVG in Hellersdorf die Kabelkanäle erneuern. Noch ist offen, ob die Strecke voll gesperrt wird oder ob zumindest Pendelzüge fahren können. Aufatmen können hingegen vorerst die Fahrgäste der U1 und U2. Die noch ausstehenden Arbeiten am Kreuzungsbahnhof beider Linien, dem Gleisdreieck, sind für das kommende Jahr ausgesetzt, wie Kutscher bestätigte.

Aktuell treffen umfangreiche Bauarbeiten die Nutzer der S-Bahnlinie S1. Noch bis zum 8. Oktober ist der Abschnitt zwischen Friedenau und Schöneberg voll gesperrt. Grund ist der Neubau einer Bahnbrücke über die Rubensstraße. Gleich im Anschluss ziehen die Bautrupps weiter nach Norden. Auf dem 1,3 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen den Bahnhöfen Wollankstraße und Schönholz erneuert die S-Bahn die Gleise. Vom 8. Oktober bis zum 5. November sind die Linien S1 und S25 daher zwischen Bornholmer Straße und Schönholz unterbrochen. Auch dort richtet die S-Bahn einen Ersatzverkehr mit Bussen ein. Die S1 wird während der Bauarbeiten umgeleitet. Die Züge fahren vom Bahnhof Bornholmer Straße an auf der Strecke der S8 über Pankow, Mühlenbeck-Mönchmühle, Schönfließ und Hohen Neuendorf nach Oranienburg. Auf dem regulären nördlichen Abschnitt der S1 zwischen Schönholz und Hohen Neuendorf fahren die Züge deshalb nur alle 20 Minuten.