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Kapek will Streit bei den Grünen beenden helfen

Kandidatur für den Fraktionsvorsitz

Die Grünen-Abgeordnete Antje Kapek sieht ihre Bewerbung für den Fraktionsvorsitz im Abgeordnetenhaus als Angebot an ihre Fraktion, unter den heftigen Flügelstreit im vergangenen Jahr einen Schlussstrich zu ziehen. "Ich möchte keine Besetzung nach Proporz, sondern ich möchte als Vorsitzende für die gesamte Fraktion sprechen", sagte Kapek. So habe sie ihr Amt als Fraktions-Vize auch bisher ausgeübt, so die 36-jährige Stadtentwicklungsexpertin. Durch die Neuwahl des Fraktionsvorstandes hätten die Grünen die Chance, ihren Streit nun ganz offiziell abzuschließen.

Die Grünen-Fraktion hatte sich im Herbst 2011 nach den geplatzten Koalitionsverhandlungen mit der SPD fast gespalten. Der linke Flügel zettelte danach einen Aufstand in der Fraktion an. Rund ein Drittel der Abgeordneten um Dirk Behrendt und Canan Bayram fühlten sich vom Spitzenduo Ramona Pop und Volker Ratzmann mit ihren Positionen ausgegrenzt. In Folge der heftigen Auseinandersetzung trat Ratzmann nach acht Jahren an der Spitze zurück.

Seitdem führt Pop die Fraktion allein. Die 34-Jährige verkündete jedoch im Sommer, dass sie gern zur traditionellen Doppel-Spitze zurückkehren möchte. Sie bewirbt sich neben Kapek erneut um das Amt. Der Fraktionsvorstand soll am 30. Oktober neu gewählt werden.

Sie habe lange über ihre Bewerbung nachgedacht, sagte Kapek. Viele in der Fraktion und in der Partei hätten sie dazu ermutigt. "Ich freue mich jetzt darauf und traue mir das Amt auch zu", sagte Kapek. Zunächst habe sie Zweifel gehabt, da sie dem Abgeordnetenhaus erst seit einem Jahr angehöre. Die Fraktion habe sich im vergangenen Jahr zusammengerauft. "Wenn Wowereit den Flughafen gegen die Wand fährt und Henkel einen Teil des NSU-Skandals zu verantworten hat, dann wissen wir als größte Oppositionsfraktion, was wir zu tun haben", sagte Kapek. "Durch den desolaten Zustand der rot-schwarzen Koalition haben die Grünen keine Zeit, so viel über sich nachzudenken, und das ist auch gut so."