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Flughafen mit langer Geschichte

Luftschiffe Die Luftfahrtgeschichte von Tegel beginnt vor mehr als 100 Jahren. Auf einem Schießplatz der kaiserlichen Artillerie wird das 1. preußische Luftschiffer-Bataillon aufgestellt. Auf dem Gelände, das auch als Luftschiffhafen Reinickendorf bezeichnet wird, entsteht 1906 eine Halle. Nach dem Ersten Weltkrieg darf die Reichswehr keine Luftschiffe mehr besitzen, das Militär nutzt Tegel ab 1930 als Raketenschießplatz. An den Versuchen mit flüssigkeitsbetriebenen Flugkörpern ist auch der deutsche Raketentechnikpionier Wernher von Braun beteiligt.

Luftbrücke Während der Berlin-Blockade 1948 durch die sowjetische Rote Armee lässt die französische Schutzmacht von West-Berlin auf dem ehemaligen Schießplatz eine 2428 Meter lange Start- und Landebahn anlegen. Am 5. November 1948 landet dort die erste Militärmaschine, eine Douglas C-54. Tegel wird Teil der Luftbrücke, mit der die Alliierten den abgeschnittenen Westteil der Stadt versorgt.

Zivile Nutzung Den ersten regelmäßigen Linienflug nach Tegel nimmt Air France am 2. Januar 1960 auf. 1964 folgt PanAm als zweite Airline. Um den wachsenden Luftverkehr bewältigen zu können, bekommen in den 1960er-Jahr die damals noch unbekannten Hamburger Architekten Meinhard von Gerkan und Volkwin Marg (Büro GMP) den Auftrag für eine neue Flughafenanlage. Sie planen das markante sechseckige Hauptterminal, das am 1. November 1974 feierlich eröffnet wird.

Wachstum Wegen seiner kurzen Wege gilt der Flughafen lange als einer der modernsten der Welt. Konzipiert für etwa fünf Millionen Passagiere im Jahr, stößt er jedoch rasch an seine Grenzen. Besonders rasant wächst er nach der deutschen Wiedervereinigung, die auch das Ende der den westlichen Alliierten vorbehaltenen Luftkorridore von und nach Berlin bedeutet. Ein von GMP ursprünglich geplantes zweites Terminal-Sechseck wird jedoch nie gebaut, stattdessen erfolgen immer neue mehr oder minder provisorische Anbauten.

Grenzen Im neuen Jahrtausend gewinnt Berlin im internationalen Städtetourismus stark an Stellenwert, das wiederum befördert das Wachstum der in Tegel beheimateten Fluggesellschaft Air Berlin. Im Jahr 2000 werden erstmals über zehn Millionen Fluggäste abgefertigt, 2011 sind es bereits fast 17 Millionen Passagiere. Nach der geplatzten BER-Eröffnung muss Tegel ab Juni 2012 ein nochmals kräftig wachsendes Verkehrsaufkommen verkraften. Am 28. September, zu Beginn der Herbstferien, werden bei 630 Starts und Landungen rund 75.000 Passagiere abgefertigt - ein neuer Tagesrekord. Bis zum Jahresende rechnen die Flughafenbetreiber mit insgesamt weit über 180.000 Flugbewegungen und deutlich mehr als 18 Millionen Fluggästen.