Berlin Marathon

Bambini-Lauf vor historischer Kulisse

Tausende Kinder und Skater starteten bereits am Sonnabend auf ihren Strecken

Auf dem Vorfeld des ehemaligen Flughafens Tempelhof herrscht ein großes buntes Durcheinander. Wettkampfgeist erfüllt die Menschen. Die Sonne scheint. Es ist laut, überall drängen sich Laufteilnehmer in farbigen Trikots. Alte, Junge und ganz Junge. Seit elf Uhr am Morgen findet auf dem Tempelhofer Feld der "Bambini-Lauf" für die Kleinen statt. 1500 Mädchen und Jungen haben sich angemeldet, einige hundert mehr, als im vergangenen Jahr.

Neben einem alten Rosinenbomber stehen die Absperrgitter, sie führen bis aufs Rollfeld und wieder zurück unter das Vordach des Flughafens. 500 Meter ist die Runde lang. Die Kleinsten laufen sie einmal, die größeren zweimal.

Ilan gehört noch zu den Kleinen. Der Fünfjährige ist an diesem Tag zum ersten Mal beim Bambini-Lauf dabei und freut sich riesig. "Laufen ist so toll, weil man so schön spüren kann, wie schnell man ist", sagt er. Seine Mutter erzählt, dass er in der Schule problemlos mehrere Kilometer am Stück läuft. Da sollte die Runde über das Feld für Ilan kein Problem werden.

Noch genug Zeit, zu gewinnen

Musik tönt aus den Lautsprechern. Gleich geht es los. Vor dem Start sammeln sich die Kinder und ein Moderator gibt letzte Anweisungen. "Die ersten Meter lauft ihr bitte vorsichtig, damit niemand stolpert. Ihr habt dann noch genug Zeit, zu gewinnen", ruft er ins Mikrofon und kündigt einen besonderen Helfer an. Arthur Abraham ist gekommen. Der Boxprofi zählt den Countdown runter. Dann geht es los. Die Mütter und Väter hinter den Absperrgittern jubeln, feuern an, machen Fotos. Nach wenigen Minuten laufen die ersten ins Ziel. Ilan ist dabei. An achter Stelle sprintet er durch das aufblasbare Gummitor. "Ich könnte jetzt noch drei Runden laufen", sagt er und nimmt seine Goldmedaille in Empfang. Die bekommt hier jedes Kind, das teilgenommen hat. "Macht nämlich ganz schön Spaß" sagt Ilan.

Auch auf der Straße des 17. Juni drängen sich am Nachmittag Tausende, die es nicht erwarten können. Um halb vier beginnt der Marathon für die Skater. 42,195 Kilometer auf Rollen quer durch die Stadt. Überall spielen Bands und begleiten die Fahrer auf ihrem Weg. In diesem Jahr haben sich 6.846 Teilnehmer angemeldet, so viele wie noch nie. Die besten Fahrer werden in diesem Jahr versuchen, unter einer Stunde ins Ziel zu kommen. Doch für die Meisten geht es um die Freude am gemeinsamen Fahren. Deswegen gibt es auch bei den Skatern keine Medaillen-Einteilung in Bronze, Silber und Gold. Dabei sein - das ist ihr Motto.