Spielschulden

Autoschieber muss für knapp sieben Jahre hinter Gitter

Hohe Spielschulden ließen 42-Jährigen kriminell werden

Weil er im großen Stil Autos nach Osteuropa verschoben hat, ist ein 42-jähriger Pole vom Landgericht Moabit zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Der Mann gestand am Freitag, gemeinsam mit drei Komplizen zwischen Juli und Dezember 2009 unter falschen Namen insgesamt 17 Kleintransporter gemietet und direkt über die Grenze nach Polen gebracht zu haben. Für die betroffenen Firmen in Berlin und zahlreichen anderen Städten entstand ein Schaden von 470.000 Euro. In das Urteil wurde eine bereits 2010 verhängte Strafe einbezogen, die der 42-Jährige derzeit in der JVA Tegel absitzt. Grund der damaligen Verurteilung waren weitere 46 Auto-Verschiebungen mit einem Gesamtschaden von 1,1 Millionen Euro. Bevor der Pole hinter Gittern landete, ist er weit in der Welt herumgekommen. Von seiner Heimat ging es zunächst nach Kanada und anschließend in die USA. Von dort aus kam er nach Zwischenstationen in Australien, London und Hamburg schließlich nach Berlin. Die vielen Ortswechsel waren nicht ganz freiwillig. Der 42-Jährige schlug sich mit mäßigem Erfolg als Jazz-Musiker durch und war häufiger Besucher von Spielcasinos. Dort agierte er noch erfolgloser. Die Spielschulden wuchsen, regelmäßig musste der Pole vor Gläubigern flüchten.

In Deutschland machte er dann Schulden bei den falschen Leuten, osteuropäischen Kredithaien. Die machten ihm schließlich ein Angebot: Rückzahlung des Geldes mithilfe krimineller Geschäfte. Zusammen mit seinen Komplizen zog der Mann kreuz und quer durch die Bundesrepublik, um die Taten zu begehen, für die er am Freitag verurteilt wurde. Die Opfer waren sowohl Filialen der großen Autovermieter als auch Kleinbetriebe. Pro verschobenem Lkw erhielt der Vater von vier Kindern zwischen 2500 und 3500 Euro. Ein Teil des Geldes verwendete er für die Rückzahlung seiner Schulden.