Gewalt

56-Jähriger von unbekannten Schlägern traktiert

Opfer vermutet Racheakt oder Warnung als Tatmotiv

Drei bislang unbekannte Männer haben bei einem Überfall in Kreuzberg einen 56-Jährigen brutal zusammengeschlagen und getreten. Der Vorfall ereignete sich am Dienstagmittag gegen 13.35 Uhr auf der Möckernbrücke, als der 56-Jährige gemeinsam mit einem Begleiter nach der Mittagspause auf dem Weg zurück an seinen Arbeitsplatz war. Das Opfer wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht, konnte allerdings am Mittwochmittag wieder entlassen werden. Die Polizei fahndet jetzt nach den drei Tätern.

Der 56-Jährige selbst vermutet einen Zusammenhang mit seiner Berufstätigkeit. Er leitet die deutsche Niederlassung des weltweit agierenden Wirtschaftsinformationsdienstes "GoMoPa". Das Unternehmen mit Hauptsitz New York befasst sich seit Jahren investigativ mit Wirtschaftskriminalität und warnt regelmäßig gezielt vor Finanzbetrügern und ihren Methoden. In Berlin wurde die Firma vor allem im Zusammenhang mit detaillierten Berichten über den Handel mit Schrottimmobilien bekannt. Der Überfallene habe sich im Laufe der Jahre zweifellos viele Feinde gemacht und sei auch wiederholt massiv bedroht worden, sagte ein GoMoPa-Sprecher am Mittwoch.

Plötzliche Attacke

Die unbekannten Schläger standen zur Tatzeit über das Gelände gelehnt auf der Möckernbrücke. Wie Zeugen des Geschehens berichteten, drehte sich einer der Männer exakt in dem Moment um, als die GoMoPa-Mitarbeiter ihn passierten und versetzte dem 56-Jährigen einen Faustschlag ins Gesicht. Anschließend trat er noch mehrfach auf den am Boden liegenden ein, bevor er flüchtete. Unmittelbar danach dreht sich auch der zweite Schläger um und schlug und trat ebenfalls wortlos auf das Opfer ein. Nachdem auch dieser geflüchtet war, kam noch ein dritter Mann hinzu, der bis dahin in der Nähe hinter einem Baum versteckt gestanden hatte. Auch er schlug und trat auf den 56-Jährigen ein. Dafür, dass der brutale Angriff ein Racheakt, eine Warnung oder auch beides war, spreche auch die Tatsache, dass die Schläger weder den Begleiter des 56-Jährigen behelligten noch irgendwelche Wertsachen raubten, sagte der GoMoPa-Sprecher. Auch der Überfallene selbst äußerte sich am Mittwoch. Bestimmte Anlagebetrüger seien anscheinend so in die Enge getrieben worden, dass sie sich nur noch mit brutaler Gewalt zur Wehr setzen könnten. Das werde ihn an seiner Arbeit nicht hindern, sagte der 56-Jährige. Die Kriminalpolizei hat inzwischen die Ermittlungen übernommen.