Immobilien

Mehr Interesse an Club-Grundstücken

Neue Bewerber für die Areale an Holzmarktstraße und Stralauer Platz

In diesen Tagen entscheidet sich die Zukunft von zwei Grundstücken am Friedrichshainer Spreeufer. Das Bieterverfahren für die Fläche der Berliner Stadtreinigung (BSR) an der Holzmarktstraße 19-30, auf der die Bar 25 stand, endet. Bis zum heutigen Dienstag können die Bewerber ihre Gebote noch einmal nachbessern. Im Oktober tagt der BSR-Aufsichtsrat. Er könnte eine Entscheidung fällen.

Auch für die Fläche am Stralauer Platz 35 soll es neue Kaufinteressenten geben. Der Eigentümer, eine spanische Investmentgruppe, will die Brache veräußern. Seit acht Jahren ist dort der Club Yaam ansässig. Am Montagabend hatte die Grünen-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg zu einer öffentlichen Sitzung ins Yaam eingeladen. Sie will den Club auf dem Gelände erhalten und prüfen lassen, ob man den geltenden Bebauungsplan ändern kann. Er sieht vor, dass drei Gebäuderiegel mit jeweils acht Geschossen errichtet werden können. "Sobald ein Investor feststeht, bleiben uns 60 Tage, um unsere Zelte abzubauen", sagte Clubkoordinator Ortwin Rau. "Sonst müssen wir Strafe zahlen." Bürgermeister Franz Schulz (Grüne) will sich in Absprache mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung darum bemühen, dass dem Interessenten für das Yaam-Gelände eine andere Fläche zum Tausch angeboten werden kann.

Künstlerdorf und großer Park

Ebenfalls am Montagabend hat die Holzmarkt plus eG ihre Pläne für das BSR-Grundstück an der Holzmarktstraße öffentlich vorgestellt. Die einstigen Macher der Bar 25, die jetzt den Club Kater Holzig am Kreuzberger Spreeufer betreiben, planen im Nordteil der Fläche zusammen mit Partnern ein IT-Gründerzentrum und studentisches Wohnen. Im Südteil will die Genossenschaft ein Künstlerdorf mit Werkstätten, Ateliers und Läden anlegen. Ein Restaurant und ein kleines Hotel sollen gebaut, ein 5000 Quadratmeter großer Park angelegt werden. Eine Stiftung finanziert das Gebot der Holzmarkt plus eG. Das Konzept wird auch vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg favorisiert.

Mitkonkurrent um die Fläche im Süden des Geländes ist Abris Lelbach, Geschäftsführer des Elektroanlagenbauers Elpro GmbH und Pflegeunternehmer. Er will mehrgeschossige Bauten und ein Hochhaus errichten. Wohnungen sollen entstehen, außerdem ein Zentrum für Demenzkranke und eine Kita. Es heißt, Lelbach habe für diesen Grundstücksteil das höchste Gebot abgegeben. Die Fraktionen im Abgeordnetenhaus sehen Lelbachs Bewerbung für das BSR-Grundstück kritisch, weil er auch Mitglied im Aufsichtsrat der Berliner Stadtreinigung ist. Ihm wurde in der vergangenen Woche eine Interessenkollision vorgeworfen. Christian Goiny, haushaltspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, sagte, er habe Lelbach aufgefordert, entweder dauerhaft aus dem BSR-Aufsichtsrat auszuscheiden, oder sein Gebot für das Grundstück zurückzuziehen.