Wohnprojekt

Auf dem Flugplatz Karlshorst entsteht eine Gartenstadt

Baubeginn für eines der größten Wohnprojekte

Berlin bekommt eine weitere Gartenstadt: In Lichtenberg soll die neue "Gartenstadt Karlshorst" an die Tradition anknüpfen. Nach aktuellen Plänen sollen in den kommenden vier bis fünf Jahren auf einem 24 Hektar großen, ehemaligen Militärflughafen aus den Ersten Weltkrieg 1300 Wohnungen entstehen. Es ist eines der größten Berliner Wohnungsbauprojekte. Am Donnerstag wurde für den ersten Bauabschnitt an der Zwieseler Straße der Grundstein gelegt und gleichzeitig für die ersten beiden Häuser Richtfest gefeiert. Die in Karlshorst ansässige WPK Grundstücksentwicklungsgesellschaft will 400 Millionen Euro investieren.

Mit Klaus Theo Brenner wurde ein international renommierter Architekt gewonnen. In Berlin war er bereits an den Wasserstädten Rummelsburger Bucht und Spindlersfeld, in der Waldstadt Hüttenweg und im Diplomatenpark Tiergarten beteiligt. Die neue "grüne Stadt" werde sich durch eine harmonische Vielfalt auszeichnen, sagte der Architekt. Es entstehen Stadtvillen, Townhouses, Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser mit vielen Vorgärten, eine Kita, 20 Läden für Handel und Gewerbe. Auch eine neue Grundschule ist geplant. Dabei werden ebenso die zehn historischen Flugzeughallen eingebunden. Diese ersten frei tragenden Hangare aus Betonfertigteilen waren 1917 für Doppeldecker entstanden. Sie werden entlang einer Promenade zu extravaganten Wohnhäusern umgebaut.

Gespräche mit Moskau

Zwei restliche Flugzeughallen stehen auf einem Terrain, das noch der Russischen Förderation gehört. Mit der Regierung in Moskau laufen Gespräche, damit es inmitten der Gartenstadt keine Brache bleibt. Eine gewaltige Bunkeranlage erhebt sich an der Zwieseler Straße in Höhe des Landschaftsschutzgebietes Biesenhorster Sand. Konkrete Pläne hat WPK-Chef Sören Schwaar dafür noch nicht. Ein Jugendclub oder eine Galerie sind aber im Gespräch. Zu den ersten Bewohnern in der Gartenstadt werden Anfang 2013 Konstantin Dudel und Kirsten Wittig mit ihren beiden Kindern gehören. "Uns hat neben der Stadtnähe gereizt, dass hier viele junge Leute leben werden", sagte Dudel beim Richtfest. Bezirksbürgermeister Andreas Geisel (SPD) betonte, dass in "keinen anderen Berliner Bezirk so viele junge Familien mit Kindern ziehen wie nach Lichtenberg". Jährlich gebe es einen Zuwachs von 2000 Menschen.

Das verpflichte das Bezirksamt aber auch, den zunehmenden Bedarf nach Schulen und Kitas zu befriedigen. Direkt in Nachbarschaft der Gartenstadt ist der "Wohnpark Karlshorst" mit 350 Wohnungen in sieben ehemaligen Kasernen und neuen Reihenhäusern so gut wie fertig. Dort hatten einst die Wehrmacht ihre Festungspionierschule und der sowjetische Geheimdienst KGB seine größte Auslandsresidenz.