Sozialpolitik

Seniorentreff Stille Straße: Letzter Aufruf für Interessenten

Das Bezirksamt Pankow sucht einen gemeinnützigen Träger für den besetzten Seniorentreff Stille Straße in Niederschönhausen.

Caritas, Diakonisches Werk, Arbeiterwohlfahrt und Paritätischer Wohlfahrtsverband seien angefragt worden, sagte Sozialstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD). Interessenten sollen bis Anfang der nächsten Woche Konzepte zur Nutzung und Finanzierung einreichen. Am Donnerstag werden die Ergebnisse in einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Soziales und Finanzen vorgestellt.

Es ist die letzte Chance für die Begegnungsstätte, die von rund 300 Pankower Rentnern regelmäßig besucht wird. Denn das Grundstück soll laut Beschluss der BVV Pankow zum Verkauf an den Liegenschaftsfonds abgegeben werden, weil der Bezirk zu wenig Geld hat. Die Bezirkspolitiker wollen, dass die 29 Kurse im Treff, darunter Sprachen, Sport und Tanz, an anderen Einrichtungen weiterlaufen. Doch das lehnen die Pankower Senioren ab. Sie wollen ihren Klub retten und halten ihn seit Ende Juni 2012 besetzt. BVV und Bezirksamt haben nun eingelenkt.

Freier Träger soll Villa kaufen

Das Grundstück soll in einem Erbbaupachtvertrag an einen freien Träger übergeben werden, für 30 oder 40 Jahre. Die alte Villa auf dem Gelände kann der Pächter zum Verkehrswert von etwa 74.000 Euro kaufen. Im Schreiben an die Interessenten heißt es, es könne nicht mit einer finanziellen Förderung durch das Bezirksamt Pankow - weder durch Zuwendung, noch auf andere Weise - gerechnet werden. "Die Latte ist hoch gehängt", sagt Heidi Knake-Werner, Vorsitzende der Volkssolidarität Berlin und einstige Sozialsenatorin. Details seien nicht angegeben, etwa zu den Sanierungskosten und zu den Nutzungsmöglichkeiten der Räume. "Die Volkssolidarität wird ihr Interesse am Seniorentreff kundtun", so Knake-Werner. "Aber wir werden Bedingungen stellen." Gregor Gysi, Linken-Fraktionschef im Bundestag, strebt an, dass Lottomittel für den Seniorentreff bereitgestellt werden. Gysi hatte zuvor drei Stiftungen um finanzielle Hilfe für den Treff gebeten. "Sie haben negativ reagiert", teilte er mit.