Mitte

Die Marienkirche soll einen Hofgarten bekommen

Mehr Platz für die Marienkirche in Mitte: Das Bezirksamt will das unmittelbare Umfeld des Gotteshauses verändern, sodass es besser sichtbar und einfacher zugänglich wird.

Die ersten Pläne sind am Dienstag öffentlich vorgestellt worden. Die Entwürfe stammen von den Landschaftsarchitekten des Büros Levin Monsigny. Die Marienkirche ist im 13. Jahrhundert erbaut worden, in einer Ost-West-Achse. Den neuen Plänen zufolge soll sie wieder einen Kirchhof bekommen, abgegrenzt durch eine niedrige Mauer mit Sitznischen und durch Stufen. Im Süden, in Richtung zum Roten Rathaus und zum Neptunbrunnen, ist ein Platz aus Natursteinen vorgesehen.

Ehemalige Mauern nachzeichnen

Im Norden, auf einer Wiese an der Karl-Liebknecht-Straße, könnte ein Kirchgarten entstehen. Mauern von Häusern, die früher neben der Kirche standen, sollen im Boden nachgezeichnet werden. Weil ein Teil der Fläche abgesenkt wird, sind archäologische Grabungen geplant. Ein archäologisches Fenster könnte einen Einblick in den Untergrund geben. Die Räume der einstigen unterirdischen Pumpstation für den Neptunbrunnen werden abgerissen. Eine Besonderheit bleibt: Die Kirche und ihre unmittelbare Umgebung liegen tiefer als der übrige Platz, der in den 60er-Jahren auf dem Schutt der Nachbarhäuser entstand. Sie wurden abgerissen, um Platz für den Fernsehturm zu machen.

Die Umgestaltung an der Marienkirche werde voraussichtlich einen siebenstelligen Betrag kosten, sagte Christoph Katerbau vom Bezirksamt Mitte. Eine genaue Summe könne man noch nicht nennen. Von 2013 bis 2015 soll das Vorhaben realisiert werden. Damit wird auch ein Hilferuf der Gemeinde beantwortet. Der aktuelle Zustand sei nicht zu tolerieren, sagte Roland Stolte, theologischer Referent bei St.Petri-St.Marien. Im Inneren der Kirche seien Kunstwerke von europäischem Rang mit größter Sorgfalt restauriert worden. Der Außenbereich sei dagegen zu einer Fäkaliengrube verkommen. Teile im Inneren der Kirche könnten besonders an Wochenenden nicht genutzt werden, "weil der Urin unter den Portaltüren in die Kirche läuft".

Interessierte können sich die Schautafeln zu den Plänen noch bis Freitag in der Kirche ansehen und ihre Meinung schriftlich äußern. Schon bei der Präsentation am Dienstag gab es Kritik. Das Kirchenumfeld sei zu glatt geplant, die Brüche aus der Vergangenheit müssten deutlicher sichtbar gemacht werden, forderten Anwohner und Architekten.