6. Firefighter Combat Challenge Germany

Wettstreit der Retter

650 Feuerwehrmänner aus sechs Nationen ermitteln in Berlin ihre Besten

Am Breitscheidplatz in Charlottenburg ist kein Durchkommen. "15 Feuerwehrautos stehen vor der Gedächtniskirche, da kriegt man erst mal einen Schreck", sagt der stellvertretender Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf, Klaus-Dieter Gröhler. Doch Grund für das Großaufgebot an Einsatzfahrzeugen ist kein Großbrand, sondern ein Wettkampf. Die 6. Firefighter Combat Challenge Germany. 650 Feuerwehrleute aus sechs Nationen ermitteln im Wettkampf ihre Besten. Dieser Wettstreit soll "einen der härtesten Jobs besser, schneller und sicherer machen", sagt Erfinder Paul Davis bei der Eröffnungsfeier am Freitag. Die Anfänge gehen in das Jahr 1974 zurück. Damals wurde ein Test entwickelt, der den Arbeitsalltag der Feuerwehr widerspiegeln sollte. Daraus entstand der Wettkampf, der 2007 mit der ersten Berlin Firefighter Challenge in Deutschland Premiere feierte. "In Davis Heimatland, den USA, sind diese Veranstaltungen seit langem Publikumsmagneten", sagt Stephan Fleischer. Er ist zuständig für die Eventkommunikation der Berliner Feuerwehr. Wer am Breitscheidplatz sein Können beweist, hat die Chance, an der nächsten Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten teilzunehmen.

Ob Deutschland oder USA, der Parcours ist genau der gleiche. Die Teilnehmer tragen den 19 Kilogramm schweren Löschschlauch einen zwölf Meter hohen Treppenturm hinauf, löschen nach einem 40-Meter-Sprint ein Ziel oder retten einen 90 Kilogramm schwere Puppe aus imaginären Flammen. Und das alles in voller Einsatz-Montur inklusive Atemschutzgerät. "Das leisten die alle auch in ihrem Alltag, darauf können sich die Berliner verlassen", sagt Klaus Zuch, Abteilungsleiter der Senatsverwaltung für Inneres und Sport.

Benjamin Zühlke tritt dieses Jahr zum ersten Mal mit seiner Schicht in der Staffel an. Der Brandmeister ist seit 2007 bei der Berufsfeuerwehr. Ein Jahr haben sich der 26-Jährige und seine Kollegen auf das Turnier vorbereitet; Zühlke gefällt der Konkurrenzkampf: "Das schweißt zusammen." Ein Kollege war bereits in den Staaten bei der Weltmeisterschaft mit dabei und hatte sie auf diesen Wettkampf aufmerksam gemacht.

Eine der sieben Frauen am Start ist die Buchhändlerin Vera Winkler. Seit 2003 ist die 29-Jährige bei der Freiwilligen Feuerwehr Fritzlar und somit "24 Stunden täglich, 365 Tage im Jahr einsatzbereit". Anderen Menschen zu helfen, steht für sie an erster Stelle, sie liebt aber auch den Nervenkitzel dieses Ehrenamtes.

Auch am heutigen Sonnabend treten die Feuerwehrmänner am Breitscheidplatz wieder gegeneinander an. Ab 9 Uhr können Zuschauer kostenlos das Kräftemessen in Staffel, Tandem und Einzel beobachten.