Kulturpolitik

Neuer Standort für die Stiftung Stadtmuseum

Senat will Planung für das Marinehaus aufgeben

Berlins Regierender Bürgermeister hielt schon immer wenig von dem Standort, jetzt hat sich Klaus Wowereit (SPD) offenbar endgültig durchgesetzt. Das Marinehaus am Köllnischen Park, direkt gegenüber dem Märkischen Museum gelegen, sollte eigentlich der neue, zentrale Standort für die Stiftung Stadtmuseum werden. Doch am Montag erklärte Kulturstaatssekretär André Schmitz überraschend vor dem Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses, dass die Senatskulturverwaltung einen anderen Ort favorisiert: Das Gebäude der Stadtbibliothek an der Breiten Straße. Begründung: Die vorläufige Prüfung einer Machbarkeitsstudie habe gezeigt, dass dies die bessere Lösung sei.

Der Grünen-Abgeordnete Thomas Birk nannte es einen "mittleren Skandal", diese Planung nun aufzugeben. "Soll die jahrelange Vorarbeit für die Katz gewesen sein?", fragte er. Der Ausschuss will sich schnellstmöglich mit dem Thema befassen. Denn noch ist das Gebäude an der Breiten Straße überhaupt nicht frei. Und ob es das in den nächsten Jahren wird, steht momentan auf der Kippe. Voraussetzung dafür ist, dass es tatsächlich zum geplanten, aber wegen der geschätzten Kosten von etwa 250 Millionen Euro umstrittenen Bibliotheksneubau auf dem Tempelhofer Feld kommt. Als mögliches Eröffnungsdatum schwebt 2021 im Raum.

Für die Stiftung Stadtmuseum eine richtig schlechte Nachricht, denn an der katastrophalen räumlichen Situation wird sich dann wohl auf absehbare Zeit nichts ändern. Etwa ein dutzend Standorte hat das Stadtmuseum, etliche Ausstellungsorte gelten als schwierig zu bespielen. Abhilfe sollte das Marinehaus schaffen. Ende 2004 präsentierte der damalige Generaldirektor Kurt Winkler an einem bitterkalten Dezembertag stolz das neue Quartier. Vier Jahre später wurden die Ergebnisse eines Architekturwettbewerbs für die Erweiterung des Märkischen Museums durch einen Umbau des Marinehauses präsentiert. 2012, so wurde damals verkündet, sollten die Arbeiten, für die 23 Millionen Euro veranschlagt waren, abgeschlossen sein.