Mauerpark

Gestern, heute - und morgen?

Bürgerinitiative Direkt nach dem Fall der Mauer bepflanzen Ost- und West-Berliner gemeinsam Todesstreifen und Niemandsland. Erste Interessengemeinschaften gründen sich. Die Betroffenenvertretung Falkplatz, aus der später der Bürgerverein Gleimviertel hervorgeht, setzt sich als eine der ersten für einen Park in dem ehemaligen Grenzland ein. Das Umfeld Bornholmer Straße und Güterbahnhof Eberswalder Straße ist eines der ersten Gebiete, für dessen Gestaltung die Politik konkrete Vorstellungen hat. Bereits im März 1990, also noch vor der Wiedervereinigung, stellt Ost-Berlin Rahmenbedingungen für Architekturwettbewerbe auf. Die ehemaligen Mauergrundstücke sollen geplant werden und nicht "zusammenwuchern", heißt es. Es solle verhindert werden, dass "Baulöwen" sie zu Spekulationsobjekten machen.

Grüne Bühne Der Mauerpark 2011: Der einstige Schutthügel wird von Touristen und Anwohnern bevölkert. Tagsüber kommen die Familien hierher, nachts aber seit ein paar Jahren schon immer häufiger auch die Polizei, um das partyfreudige Volk zur Ruhe und Ordnung zu ermahnen. Bis heute gilt der Mauerpark als unfertig. Bürgerinitiativen und Politiker streiten heftig über die Zukunft. 2004 hatte der Senat den Flächennutzungsplan ändern wollen, um eine Bebauung eines Grundstücks nördlich des Gleimtunnels genehmigen zu können. Ein eingeleitetes Moderationsverfahren mit Gutachterverfahren scheitert im April 2006. Als monatelang nichts geschieht, legt der damalige Baustadtrat Ephraim Gothe im Dezember 2007 einen Kompromissplan vor - den ersten von, zählt man den aktuellen dazu, 17.

Wohngebiet Das Immobilienunternehmen CA Immo ist Eigentümer des Gewerbegebiets, das auf der westlichen Seite des heutigen Mauerparks liegt. Im Frühjahr 2011 werden der Öffentlichkeit die Siegerentwürfe ihres städtebaulichen Wettbewerbs für eine mögliche Bebauung ihres Grundstücks präsentiert. Einen ersten Preis gibt es nicht, den zweiten teilen sich die Büros Prof. Dipl. Arch. Carsten Lorenzen APS (Kopenhagen) und Zanderroth Architekten (Berlin). Der Entwurf von Lorenzen, hier in der Abbildung, ist die Grundlage der aktuellen Debatte. Ursprünglich war allerdings eine Bebauung des gesamten Streifens geplant. Mittlerweile gibt es schon einige Annäherungen zwischen CA Immo und einigen Vertretern der Bürgerinitiativen. So sollen beispielsweise auch Genossenschaften und Baugruppen mit einbezogen werden.