Schulprojekt

Für den Kick in Physik

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An 100 Berliner Schulen läuft das FU-Projekt "TuWas". Weitere gesucht

Wenn Physik oder Chemie auf dem Stundenplan stehen, freut sich nicht jeder Schüler. Chemische Formeln zu lernen oder physikalische Berechnungen zu erstellen, findet nicht jedes Kind spannend. Doch es geht auch anders. Das zeigt das Projekt "Technik und Naturwissenschaften an Schulen" (TuWas) der Freien Universität (FU) Berlin. An fast einem Viertel aller Berliner Grundschulen ist das Projekt inzwischen angekommen - und sorgt für einen abwechslungsreichen Unterricht. Rund 8000 Schüler der Klassenstufen eins bis sechs profitieren zurzeit von TuWas.

Ziel des Projekts ist es, mehr Kinder frühzeitig für Mathematik, Physik, Chemie oder Biologie zu begeistern, um so langfristig einem Fachkräftemangel in natur- und ingenieurwissenschaftlichen Berufen vorzubeugen. "Lehrer erhalten dabei Fortbildungen zu speziellen Themen. Außerdem bekommen die Schulen umfangreiche Materialkisten für Experimente oder Konstruktionsanleitungen zur Verfügung gestellt", sagte Petra Skiebe-Corrette, Professorin für Chemie und Biologie an der FU Berlin und Projektleiterin von TuWas. Lehrer, die sich mit ihren Klassen an dem Projekt beteiligen wollen, können sich bei der FU melden. "Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass sich pro Schule mindestens drei Lehrer für das Projekt engagieren und dabei von der Schulleitung unterstützt werden", sagte Skiebe-Corrette.

Praxisnah mit Experimenten

2008 hat die FU zusammen mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaft das Projekt TuWas entwickelt, das auch von der Bildungsverwaltung und der Technologiestiftung Berlin unterstützt wird. Hervorgegangen ist das Projekt aus der europaweiten Initiative "Pollen", die sich dafür einsetzt, dass Schüler einen praxisnahen Zugang zu technischen und naturwissenschaftlichen Themen bekommen. Statt Theorie aus Büchern sollen Kinder im Sachkunde- und Naturwissenschaftsunterricht vor allem aus Experimenten lernen. "Pollen" wurde in insgesamt zwölf Städten in zwölf europäischen Ländern umgesetzt, um von dort in andere Städten der jeweiligen Länder zu strahlen. Für Deutschland hat Berlin den Anfang gemacht. Inzwischen nehmen hier 100 von rund 430 Berliner Grundschulen an TuWas teil. In den kommenden Jahren soll sich die Zahl verdoppeln. Inzwischen gibt es TuWas-Grundschulen auch in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Hamburg.

Lehrer, die sich an dem Projekt beteiligen, können für ein Schulhalbjahr und einen Unkostenbeitrag von 100 Euro pro Einheit Experimentiermaterialien für jeweils 30 Kinder ausleihen. Bislang gibt es Materialien für verschiedene Klassenstufen zu zehn verschiedenen Themen, zum Beispiel Wachstum einer Pflanze, Wetter oder chemische Tests.

Mehr Informationen zum Projekt unter www.tuwas-deutschland.de

( aku )