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Villen und Clubs

Colonie Alsen 1863 gründete der Bankier und Naturfreund Wilhelm Conrad die noble "Colonie Alsen" am Wannsee. Repräsentative Villen, kleine Schlösschen, weitläufige Gartenanlagen - der Plan von Gartenbaudirektor und Lenné-Schüler Gustav Meyer ordnete das Zentrum der Kolonie als Hippodrom rund um die Königstraße an. Zu den Bewohnern gehörten Industriellenfamilien wie die Siemens und Borsigs, der Chirurg Sauerbruch, die Verlegerfamilie Langenscheidt, die Oppenheims, außerdem Künstler wie Max Liebermann, Lovis Corinth oder Philipp Franck.

Wannseebahn 1874 wurde die Bahnverbindung zwischen Berlin und Wannsee eröffnet, im Volksmund auch spöttisch "Wahnsinnsbahn" oder "Bankierszug" genannt. Sie brauchte 20 Minuten vom Stadtzentrum in die Villenkolonie.

Clubs 1867 wurde der "Verein Seglerhaus am Wannsee" gegründet - heute der zweitälteste Segelverein Deutschlands. Mit Gründung der Colonie Alsen ankerten die Yachten in der großen Bucht des Wannsees. Der "Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee e.V." wurde 1895 gegründet und gehört heute zu den renommiertesten und größten in Deutschland.

Villa Liebermann "Schloss am See", so nannte der Maler Max Liebermann sein 1909 erbautes Sommerhaus am Wannsee. Mehr als 200 Gemälde entstanden in dem nach eigenen Ideen gestalteten fast 7000 Quadratmeter großen Garten - legendär sind die Heckengärten, die Birkenallee sowie der Stauden- und Gemüsegarten an der Vorderseite des Hauses. Seit dem Jahr 2006 ist die Villa dauerhaft als Museum für Besucher geöffnet: Liebermann-Villa am Wannsee, Colomierstr. 3, 14109 Berlin, Tel. 030/80 58 59 00, www.max-liebermann.de

Mutter Fourage Galerie, Gärtnerei, Hofcafé, Konzerte, Lesungen und mehr: Chausseestr. 15a, 14109 Berlin, Tel. 030/80 58 32 83, www.mutter-fourage.de.

Lese-Empfehlung "Das Wannsee-Buch". Das Original erschien 1924 und erzählt die Geschichte von Wannsee vom ärmlichen Kossätendorf zur Villenkolonie. Die Neuauflage im Faksimile samt liebenswerten Illustrationen von Philipp Franck und historischen Fotografien besorgte die Edition Galerie Mutter Fourage, Berlin. Zum Preis von 15 Euro ist das Buch auch in der Galerie zu haben.