Gesundheit

Berliner Leberring feiert heute 15-jähriges Jubiläum

Kostenlose Beratung für Hepatitis-Erkrankte und ihre Angehörigen in Steglitz

Wo habe ich es her? Das ist die häufigste Frage, mit der Sabine von Wegerer konfrontiert wird. Seit 15 Jahren berät sie im Verein Berliner Leberring Menschen, die sich mit Hepatitis infiziert haben oder an einer anderen Lebererkrankung leiden. Viele der an Hepatitis C Erkrankten haben das Virus vor langer Zeit bei einer Bluttransfusion bekommen. "Blutkonserven werden erst seit 1990 auf Hepatitis getestet", sagt Sabine von Wegerer. Der Berliner Leberring kümmert sich als ehrenamtliche Selbsthilfegruppe vor allem um Menschen, die sich vielleicht vor zwanzig Jahren infiziert haben, bei denen sich die Krankheit aber erst mit zunehmendem Alter bemerkbar macht: durch Gelenkschmerzen, Verdauungsprobleme, Schmerzen im Oberbauch oder ein geschwächtes Immunsystem. 80 Prozent der Hepatitis-C-Erkrankungen verlaufen chronisch und führen im Laufe der Jahre zu einer Leberzirrhose. Aufgrund der unspezifischen Symptome wird Lebererkrankung oft erst sehr spät oder nur per Zufall erkannt. "Bei erhöhten Leberwerten sollte man nicht immer nur an zu viel Alkohol denken", rät Sabine von Wegerer. Sie selbst kam mit der Krankheit in Berührung, als ihre Tochter gegen Blutkrebs ankämpfte und 1986 eine mit Hepatitis-C-verseuchte Blutkonserve erhielt. "Als die Leukämie überstanden war kam die Diagnose Hepatitis. Da hab ich mich reingekniet um alles über die Krankheit zu erfahren und meinem Kind zu helfen", erzählt die Arzthelferin.

1997 hat sie dann mit ein paar "Powerfrauen" den Berliner Leberring gegründet. Das Ziel: Therapien bekanntmachen, die Öffentlichkeit über die Erkrankung zu informieren - auch über die Ansteckungsgefahr durch Körperflüssigkeiten - und die Betroffenen zu beraten und zu vernetzen. Seit 2002 gibt es eine Beratungsstelle auf dem Charite-Campus Benjamin Franklin. Zweimal in der Woche gibt es feste Beratungszeiten, aber auch individuelle Termine: "Im Vordergrund steht immer die Frage: Ist einer Therapie durch Medikamente möglich - oder kann die Lebensqualität durch andere Maßnahmen verbessert werden. Zum Beispiel durch eine bestimmte Ernährung", erläutert Sabine von Wegerer. Der Verein pflegt eine Datenbank, um den Erkrankten Hepatologen in Wohnortnähe empfehlen zu können. Die Vereinsmitglieder bilden sich auf medizinischen Kongressen und ärztlichen Fortbildungsveranstaltungen weiter. "Für die Beratung, die wir geben, hätte kein Arzt Zeit", meint die Vereinsgründerin.

In Anerkennung der Verdienste des Vereins hat der Regierende Bürgermeister die Schirmherrschaft über das 15jährige Jubiläum übernommen. Gefeiert wird am heutigen Sonnabend, die Beratungsstelle im Haus III auf dem Campus Benjamin Franklin, Zugang Klingsorstr. 107 in Steglitz steht allen Besuchern offen.