Wahlen

Ex-Piratenchef Anger will erneut für Vorstand kandidieren

Nach seinem überraschenden Abgang als Chef der Berliner Piratenpartei will Gerhard Anger erneut für den Landesvorstand kandidieren.

Er werde sich beim Parteitag Mitte September zur Wahl um den Vorsitz stellen, sagte Anger. Er begründete seinen Schritt unter anderem damit, dass er den Wahlkampf seiner Partei zur Bundestagswahl im kommenden Jahr mit organisieren wolle.

Unter Anger als Landeschef waren die Piraten im vergangenen Jahr in Berlin erstmals in ein Landesparlament eingezogen. Sie erhielten auf Anhieb 8,5 Prozent der Stimmen. Auf einem Landesparteitag vor gut sechs Monaten hatte der 36-Jährige überraschend seine Kandidatur zurückgezogen. Als Grund hatte er den "enormen Druck" angeführt, der auf dem Amt des Landesvorsitzenden laste. Dem habe er nicht mehr standhalten können, sagte er damals.

Seit seinem Rücktritt hatte Anger mehrfach seine Partei kritisiert. Vor zwei Monaten hatte er aus Enttäuschung sogar mit dem Parteiaustritt geliebäugelt und davon abgeraten, die Piraten zu wählen. Nun erfolgte die neuerliche Wende. "Wer etwas verändern will, darf nicht nur schimpfen", sagte Anger. "Jetzt will ich selber wieder anpacken." Allerdings bedeute die Ankündigung der Kandidatur nicht, "dass man am Ende gewählt wird".

Angers Nachfolger Hartmut Semken war nach nur drei Monaten im Amt wegen parteiinterner Streitigkeiten ebenfalls zurückgetreten. Ihm folgte die bisherige Vize-Chefin der Partei, Christiane Schinkel, an die Spitze des Landesverbandes der Piraten.