Gewalt

800 Polizisten im vergangenen Jahr im Dienst verletzt

Die Zahl der Angriffe auf Polizisten ist im vergangenen Jahr in Berlin deutlich gestiegen.

So erhöhte sich die Zahl der Fälle von Körperverletzungen bei Polizeibeamten nach Angaben der Senats-Innenverwaltung im Vergleich zu 2010 um 120 Prozent. So waren 2011 insgesamt 1947 Fälle registriert worden, ein Jahr zuvor waren es dagegen 870 Fälle gewesen. Auch die Häufigkeit der Widerstandshandlungen gegen Polizisten erhöhte sich im Vergleichszeitraum um fast 60 Prozent. Nach 2528 Fällen im Jahr 2010 kam es im vergangenen Jahr in Berlin zu 4018 Fällen, in denen Beamten Widerstand geleistet wurde. Rund 800 Berliner Polizeibeamte wurden bei der Ausübung des Dienstes verletzt. Hier beläuft sich die Zunahme auf knapp acht Prozent gegenüber dem Jahr 2010. Ähnlich negative Entwicklungen werden auch in anderen Bundesländern registriert, darunter Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Bundesweit wurden laut Gewerkschaft der Polizei (GdP) mehr als 90 Prozent der Beamten bereits angegriffen oder beleidigt. Viele Betroffene zeigten Delikte nicht an, weil die Angriffe oft nicht oder nur geringfügig bestraft würden, sagte der Berliner GdP-Landeschef Michael Purper. Polizisten klagen zunehmend über negative Reaktion auf ihr Erscheinen. Ein Grund sei, dass die Polizei kaum noch präventiv unterwegs sei, so Purper.