Handy

Per Strichcode zur Wasserqualität

Testberichte zu Berlins Badeseen mit dem Handy abrufbar

Wo herrscht Badeverbot? Wo ist die Wasserqualität besonders gut? Wo können sich besonders viele Blaualgen bilden? Über diese Fragen können sich die Besucher der 38 Berliner Badegewässer bald einfacher ein Bild machen. Denn alle offiziellen Badestellen werden in diesen Wochen mit neuen Informationstafeln ausgerüstet, die detailliert Auskunft über das Profil des jeweiligen Badesees geben, teilte der Präsident des Berliner Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso), Franz Allert, am Mittwoch mit.

Seit 2011 müssen Gewässerprofile für alle Badestellen angefertigt werden - das schreibt eine neue EU-Richtlinie vor. "Erstmals muss auch die Umgebung der Badestelle betrachtet werden", sagte Allert. So wird im Profil etwa verzeichnet, welche Gefahrenstellen es gibt oder wo andere Gewässer eingeleitet werden. Die so erstellte Karte wird nun an den Badestellen gezeigt. "So kann jeder selber die Risiken beurteilen", sagte Allert.

Neu ist auch, dass die Informationstafeln mit einem QR-Code versehen werden, einer Art Strichcode. Wer den mit seinem Smartphone abfotografiert, kann sich so die aktuellsten Berichte über die Wasserqualität direkt auf sein Handy laden. Die Berliner Badegewässer werden in der Saison von Mitte Mai bis Anfang September regelmäßig im Abstand von 14 Tagen untersucht.

Grund für Besorgnis gibt es nach Auskunft von Allert allerdings nach wie vor nicht. "Mit einer Ausnahme sind unsere Badegewässer alle uneingeschränkt empfehlenswert", sagte er. Nur die Kleine Badewiese in Gatow an der Unterhavel ist mit "mangelhaft" bewertet. Grund sei eine erhöhte Keimbelastung mit Escherichia-coli-Bakterien. "Die Kleine Badewiese ist nicht als Badestelle freigegeben, es herrscht dort aber beim Baden keine akute Gesundheitsgefährdung", sagte Allert.

Probleme an der Unterhavel

Auch zwei andere Badestellen an der Unterhavel weichen von der sonst ausgezeichneten Wasserqualität der Berliner Badestellen ab. Die Badestellen Breitehorn und Grunewaldturm wurden als "gut" und "befriedigend" eingestuft. Über die Hintergründe der Abweichungen an der Unterhavel gehen die Meinungen beim Lageso und bei den Berliner Wasserbetrieben auseinander. Nach Meinung des Lageso könnte eine neue Betriebsweise des Klärwerks Ruhleben Ursache für Verunreinigungen sein. Dessen Betreiber, die Wasserbetriebe, verdächtigt dagegen unter anderem übergelaufene Regenwasserabläufe von Straßen. Die Ergebnisse neuer Untersuchungen, die von Lageso und Wasserbetrieben gemeinsam veranlasst worden seien, stünden noch aus, sagte eine Sprecherin der Wasserbetriebe.