Haft

Kindermörder Keith M. steht erneut vor dem Strafgericht

Es gibt Menschen, die bleiben gefährlich. Trotz Unterbringung im Gefängnis. Trotz Therapieversuchen. Keith M., der im Sommer 2005 in Zehlendorf einen Siebenjährigen ermordete und dafür zu zehn Jahren Jugendstrafe verurteilt wurde, scheint so ein notorischer Straftäter zu sein.

Am Mittwoch wurde der heute 23-Jährige wieder einmal aus der Haft vorgeführt. Das Amtsgericht Tiergarten verurteilte ihn wegen Körperverletzung und Beleidigungen zu weiteren sechs Monaten Haft. Keith M. hatte in der Strafanstalt Angestellte beschimpft und einem von ihnen einen Ordner ins Gesicht geschlagen.

Wegen ähnlicher Ausfälle war Keith M. schon im Oktober 2010 bestraft worden, damals noch nach dem Jugendstrafrecht und nur mit einer Verwarnung. Vorgeworfen wurden ihm Bedrohung und Beleidigung. Er hatte in der Jugendstrafanstalt einen Krankenpfleger während einer medizinischen Behandlung verbal attackiert: Er sei ein "Hurensohn" und: "Wenn ich dich draußen sehe, schlage ich dich tot."

Schon mit elf Jahren aufgefallen

Keith M. war schon als Elfjähriger mit Straftaten aufgefallen. Im Landeskriminalamt, bei der Staatsanwaltschaft wurde er als Intensivtäter geführt. Als 14-Jähriger hatte er eine Mitschülerin sexuell bedrängt. Als sein Direktor mit Konsequenzen drohte, wurde er von Keith M. getreten und mit dem Tod bedroht. Ein Jugendrichter verhängte vier Wochen Arrest.

Ein Vierteljahr später attackierte Keith M. nach einem Diebstahlversuch drei Verkäuferinnen und schlug einen Gymnasiasten zusammen. Dafür gab es sechs Monate auf Bewährung. Wieder vier Monate später verprügelten Keith M. und ein Kumpan einen Bundeswehrsoldaten. Keith. M. trat dem reglos auf dem Boden liegenden Opfer, das Hirnblutungen und Nasenbeinbruch erlitt, mehrfach gegen den Kopf.

Ein Richter erließ Haftbefehl, gewährte dem damals 16-Jährigen aber gleichzeitig Haftverschonung, verbunden wurde dies mit Meldeauflagen. Was Keith M. wenig beeindruckte. Am 27. August 2005 ermordete er in Zehlendorf den Siebenjährigen. Aus reinem Frust, wie er vor Gericht erklärte. Und weil er schon immer jemanden habe umbringen wollen.