Kriminalität

Bushidos Ex-Chef von Stetten steht erneut in der Kritik

Angeblich 37.000 Euro für dubioses Geschäft gezahlt

Einen Monat, nachdem er dem Rapper Bushido ein Praktikum im Bundestag vermittelt hatte, gerät der schwäbische Parlamentarier Christian Freiherr von Stetten (CDU) erneut in die Schlagzeilen. Wieder spielt dabei auch der Name Bushido eine Rolle. Nach einem Bericht von Spiegel TV soll ein dubioser Geschäftsmann bereits im Jahr 2009 einen Scheck in Höhe von mehr als 37.000 Euro auf sein Konto bei der Berliner Sparkasse eingezahlt haben, den der Bundestagsabgeordnete von Stetten (42) ausgestellt hatte. Der Geschäftsmann soll mit einer polizeibekannten arabischen Großfamilie verbandelt sein. Auch Bushido (33) hat Kontakte zu dieser Familie.

Der Anwalt von Christian Freiherr von Stetten teilte am Dienstag auf Anfrage der Morgenpost mit, dass sein Mandant, der 2009 als Unternehmer in der Event- und Getränkelogistik tätig gewesen sei, von dem Geschäftsmann mit einer Getränkelieferung beauftragt worden war. Der Geschäftsmann hätte zunächst Vorauskasse geleistet, den Auftrag dann aber berechtigt storniert. Durch den Scheck hätte von Stetten das Geld zurückerstattet. Nach Informationen der Morgenpost könnte es sich möglicherweise um ein Geschäft mit einem brandenburgischen Golfclub handeln. Im Handelsregister sind auf den Namen des Geschäftsmannes mehrere Firmen eingetragen, die sich mit Immobilien beschäftigen.

Derzeit ist nicht bekannt, dass gegen den Geschäftsmann ermittelt wird. Allerdings gab es in der Vergangenheit mehrere Strafverfahren, die überwiegend eingestellt wurden. Der 47-Jährige wurde wegen Untreue, Urkundenfälschung und Betruges verdächtigt. Außerdem wurde er im Jahr 2000 wegen uneidlicher Falschaussage zusammen mit dem Zuhälter Nasser A. angeklagt - dem Mitglied einer arabischen Großfamilie aus Neukölln, die immer wieder mit Verbrechen im Bereich der Organisierten Kriminalität in Verbindung gebracht wird. Im Jahr 2009 beobachtete die Staatsanwaltschaft das Konto des Geschäftsmannes, weil sie wegen Geldwäsche gegen ihn ermittelte. Nach Angaben von Pressesprecher Martin Steltner wurde das Verfahren inzwischen eingestellt.

Nach Angaben seines Anwalts pflegen von Stetten und der Geschäftsmann schon seit neun Jahren geschäftliche Beziehungen. Der 47-Jährige habe von Stetten auch Bushido vorgestellt. Ende Juni hatte Bushido ein Praktikum bei von Stetten gemacht und auch eine nichtöffentliche Sitzung des Finanzausschusses besucht. Bushido hatte kürzlich öffentlich zugegeben, mit den Anhängern des arabischen Clans befreundet zu sein. In einem Interview hatte der Rapper über kriminelle Machenschaften des Clans gesagt: "Mir ist das scheißegal." Von Stetten sei bis vor wenigen Tagen nicht bekannt gewesen, dass sich der Künstler Bushido offiziell zu "kriminellen" Freunden bekennt, teilte der Anwalt des Abgeordneten mit.