Investment

Grundstein für exklusive Wohnanlage gelegt

Conwert Immobilien Gruppe investiert 50 Millionen Euro in Dahlem. Schon bald sollen die ersten Bewohner einziehen

Auch im Paradies regnet es. Die Grundsteinlegung für das neue Wohnquartier Dahlem Paradise fiel zwar nicht ins Wasser, die Organisatoren mussten jedoch jede Menge Vorkehrungen treffen, damit die Gäste am Mittwochvormittag trockenen Fußes in die Baugrube des Grundstücks am Hegewinkel 5 gelangen konnten. Weil die Bauarbeiten aber schon weiter sind als normalerweise bei Grundsteinlegungen - die Bodenplatte der Tiefgarage bietet bereits einen festen Untergrund -, mussten die Gäste nicht im Matsch stehen. Dort, wo einst Wohnhäuser der amerikanischen Alliierten standen, entstehen auf dem 18.000 Quadratmeter großen Grundstück 58 neue Wohnungen - in sechs frei stehenden Apartmenthäusern, acht Townhouses und sechs Doppelhäusern, die auch über einen Garten verfügen und deshalb besonders für Familien mit Kindern attraktiv sein dürften.

Insgesamt 50 Millionen Euro werden investiert. Architekt Hans-Christof Ernst sieht die Besonderheit des Bauvorhabens in der Großzügigkeit und Weite, die auf dem Areal mitten im Grünen bestehen bleiben sollen. Der Abstand zwischen den Gebäuden beträgt bis zu 32 Meter. Und der alte Baumbestand auf dem Grundstück, das sich gegenüber der Wilma-Rudolph-Oberschule und dem Waldfriedhof Dahlem befindet, wurde nach Auskunft des Architekten größtenteils erhalten. Nur 20 Bäume seien gefällt worden.

Auch der Bezirksbürgermeister von Steglitz-Zehlendorf, Norbert Kopp (CDU), lobte die Bauherren für ihre "behutsame Ergänzung" und die Rücksicht, die bei den Planungen auf die Umgebung genommen worden sei. Die maximal möglichen Geschossflächen seien nicht ausgenutzt worden.

Das wissen auch die ersten Bewohner zu schätzen, die schon Ende des Jahres einziehen sollen. Im Gegensatz zu vielen anderen Bauprojekten sei dieses nämlich im Zeitplan, sagte Conwert-Geschäftsführer Rolf Schneider. Das gehobene Ambiente hat aber auch seinen Preis. Zwischen 4200 und 4400 Euro pro Quadratmeter kosten die Apartments, die Häuser sowie die Penthouse-Wohnungen bis zu 5600 Euro. Die kleinste Wohnung misst 80 Quadratmeter, die Penthouses sind bis zu 255 Quadratmeter groß und haben auch noch eine 100 Quadratmeter große Dachterrasse. Fast 40 Prozent der Wohnungen sind bereits verkauft oder reserviert. Auch Kapitalanleger seien interessiert, die ihre Wohnungen dann vermieteten.

Sybille Schlusche ist eine der Interessenten, die dort ihr neues Zuhause einrichten möchten. Bereits längere Zeit sucht die 65-jährige Berlinerin nach einem Alterssitz für sich und ihren Mann, der ruhig, aber auch nicht zu weit von der City entfernt sein sollte. "Wir würden hier in der Neubauwohnung alles auf einer Ebene haben", sagt sie. Dass sie dazu das große Haus in Konradshöhe verlässt, stört sie nicht. Die zwei Kinder seien längst aus dem Haus. Und sie hätte auch zu Anfang mit der Familie schon in Nikolassee gewohnt. "Deshalb hat das hier in Dahlem einen schönen Wiedererkennungswert für mich", sagt sie. Dass sich im nahen Umfeld auf dem Baugrundstück Fünf Morgen zwischen Hüttenweg und Argentinischer Allee viel tut und dort auch Geschäfte und Cafés entstehen, findet Sybille Schlusche spannend.

Rege Bautätigkeit im Südwesten

Auch Norbert Schmidt (CDU), Baustadtrat in Steglitz-Zehlendorf, zeigt sich mit den Bauaktivitäten in seinem Bezirk zufrieden: "In den nächsten zwei bis drei Jahren entstehen rund 700 Wohnungen." Als Beispiele nennt Schmidt das Oskar-Helene-Heim, das ein Investor als neuen Gesundheits- und Wohnstandort entwickeln will, das ehemalige amerikanische Headquarter an der Clayallee Ecke Saargemünder Straße, wo Stadtvillen und Büros entstehen, sowie das Projekt Fünf Morgen an der Clayallee, wo eine Luxussiedlung gebaut wird - mit Gewerbebauten, Läden, Arztpraxen und Kindergarten. "Der Platz wird knapp", so Schmidt. Jetzt würden schon Flächen an der Bahn wie am Urselweg in Zehlendorf bebaut, die sich aber dank heutiger Schallschutzmöglichkeiten auch bestens eigneten.