Neue Mieter

Zwei private Hochschulen in der Siemens-Villa

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Brigitte Schmiemann

Business und Medical School nehmen Lehrbetrieb auf

Die Siemens-Villa in Lankwitz hat neue Mieter. Ab September bilden dort die zwei privaten Hochschulen "Business School Berlin Potsdam" und "Medical School Berlin" ihren Nachwuchs aus. Während letztere als Hochschule für Gesundheit und Medizin neu an den Start geht, zieht die zwei Jahre alte Hochschule für Management aus der Villa Henckel vom Potsdamer Pfingstberg nach Berlin: 400 Business-Studenten gibt es inzwischen, die sich beispielsweise zum Wirtschaftspsychologen oder Manager ausbilden lassen. Für die neue Medical School rechnet Geschäftsführerin Ilona Renken-Olthoff zum Wintersemester mit rund 100 Studenten. Gelehrt wird zum Beispiel angewandte Psychologie, Medizinpädagogik und transdisziplinäre Frühförderung (Studenten betreuen nach ihrer Ausbildung Kinder bis zum Schulalter).

Mit einem "Offenen Campustag" in der Siemens-Villa stellen die Professoren und Dozenten beider Hochschulen am heutigen Sonnabend in Kurzvorlesungen die Studienfächer vor. Interessierte können ihre Bewerbungsunterlagen und den Zulassungsantrag gleich mitbringen. Einen Numerus clausus gibt es nicht. "Jeder hat eine zweite Chance verdient, wir konzentrieren uns auf die Motivation und die Persönlichkeit der Studenten, damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht", sagt die Geschäftsführerin. Da es sich um private Hochschulen ohne jede Form der Subventionierung handelt, müssen Studiengebühren gezahlt werden: 590 Euro bei einem Vollzeitstudium, 440 Euro bei einem Teilzeitstudium pro Monat. Da beide Einrichtungen staatlich anerkannt sind, ist eine Bafög-Unterstützung möglich.

Das großzügige Ambiente der Siemens-Villa mit dem Park könnte das Lernen der Studenten beflügeln: 73 Zimmer umfasst das Lankwitzer Herrenhaus, das in den Jahren 1913 bis 1916 für den Direktor der Accumulatorenfabrik Berlin AG (später Varta), Friedrich Christian Correns, gebaut wurde. 1925 erwarb dann die Familie Siemens das Anwesen. Spätere Nutzer waren das Deutsche Reich, das Ibero-Amerikanische Institut und das Deutsche Musikarchiv.

Dann erwarb der Diplom-Kaufmann Stefan Peter die Villa. Er dachte über eine kulturelle Nutzung nach, auch an die Ansiedlung einer "Psychosomatischen Klinik". Doch am wichtigsten war ihm, dass die Villa ein öffentliches Haus bleibt. "Wir wollen eine offene Begegnungsstätte sein", verspricht Ilona Renken-Olthoff. Die Möglichkeiten sind da: Es gibt sogar einen Konzertsaal für 400 Gäste.

Informationen zu den Hochschulen im Internet unter www.businessschool-berlin-potsdam.de und www.medicalschool-berlin.de . Der "Offene Campustag" in der Villa an der Calandrellistraße 1-9 ist am heutigen Sonnabend von 10 bis 15 Uhr.