Wirtschaft

165 Mitarbeiter wegen BER-Debakels gekündigt

Wegen der verschobenen Eröffnung des Hauptstadtflughafens haben 165 Beschäftigte von Läden im Terminal ihre Arbeitsplätze verloren.

25 weitere Mitarbeiter sind von der Kündigung bedroht, wie Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linkspartei) mitteilte. Weitere 70 Beschäftigte sind demnach zumindest vorübergehend arbeitslos. Ihr Arbeitsbeginn wurde auf den 17. März 2013 verschoben - den neuen Starttermin für den Flughafen. Der ursprüngliche Termin 3. Juni 2012 war geplatzt, weil der Airport noch nicht fertig ist. Insgesamt sind laut Christoffers 600 neu eingestellte Kräfte betroffen. Davon würden aber 340 in anderen Unternehmensbereichen oder an den alten Flughäfen Schönefeld und Tegel beschäftigt, wie Christoffers in einer Antwort auf eine CDU-Anfrage unter Berufung auf die Betreibergesellschaft ausführte.

Unterdessen hat Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) betont, dass er am neuen Eröffnungstermin für den Großflughafen BER in Schönefeld festhält. "Ich habe zurzeit keinen Anhaltspunkt, dass der Märztermin nicht zu halten ist", sagte Wowereit. "Sie können sicher sein, dass wir keinen Termin festlegen, der nicht zu halten ist." Allerdings solle der neue Geschäftsführer, Horst Amann, prüfen, ob der neue Termin, der 17. März 2013, und der Fahrplan bis dahin machbar seien, sagte Wowereit weiter.

Der Regierende Bürgermeister räumte ein, als Aufsichtsrat möglicherweise Fehler gemacht zu haben, zugleich wies er die Verantwortung dafür zurück. "Selbstverständlich haben die Aufsichtsratsmitglieder sich auch die Frage gestellt, was sie versäumt haben könnten", sagte Wowereit. Es habe aber nie einen politischen Termin zur Eröffnung gegeben, sondern es habe sich immer um den Zeitplan der beteiligten Fachleute gehandelt. "Die Politik muss nur hinterher ausbaden, was die Techniker fehleingeschätzt haben." Kein Problem sieht Wowereit darin, dass der Flughafen mit Inbetriebnahme bereits an seine Auslastungsgrenzen stößt. "Das ist nichts Schlimmes. Das war von Anfang an so vorgesehen und liegt am Erfolg des Flughafens."