Sport

City-Triathlon: Wettkampf der Alleskönner

Schwimmen, Rad fahren, laufen: 1000 Sportler treten am Sonntag an. Finale am Vormittag auf dem Tempelhofer Feld

Am Sonntag fällt der Startschuss für den ersten City-Triathlon in der Hauptstadt. Zur Premiere des "5150 Triathlon Berlin", so der offizielle Name des Wettkampfes, haben sich rund 1000 Teilnehmer angemeldet. "5150" steht für die olympische Triathlon-Distanz, zusammengesetzt aus 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen - in der Summe macht das 51,50 Kilometer.

Als Erstes wird geschwommen - los geht es am Badeschiff der Arena in Treptow. Auf einer großen Runde in der Spree werden die Athleten die erste der drei Disziplinen absolvieren. Spitzenathleten wollen die 1,5 Kilometer lange Strecke in 17 bis 20 Minuten kraulen.

"Die Wechselzone, in der die Sportler aufs Rad steigen, ist in der Arena", sagt Mark Milde, Renndirektor von SCC Events. "Auf dem Rad geht es dann 40 Kilometer durch Kreuzberg und Neukölln zum Tempelhofer Feld, wo die Athleten noch drei Runden fahren müssen." Die Laufstrecke und das Ziel sind im östlichen Bereich der Start- und Landebahnen.

Für den Wettkampf am Sonntag müssen sowohl die Athleten als auch die Zuschauer früh aufstehen. Zwischen 5.30 Uhr und 7.30 Uhr ist der Check-in für die Räder an der Arena. Um 8 Uhr fällt der erste Startschuss - die Schwimmer werden in mehreren Gruppen auf die Runde geschickt, sonst reicht der Platz nicht. Nach dem Schwimmen führt die Radrennstrecke von der Arena an der Eichenstraße über Elsen- und Wildenbruchstraße, vorbei am Rathaus Neukölln, auf die Flughafenstraße, den Columbiadamm und von dort auf das Flughafengelände. Die Polizei rechnet ab 8 Uhr bis ungefähr 12 Uhr mit Verkehrsbehinderungen rund um die Rennstrecke. Der Veranstalter weist darauf hin, dass an den Veranstaltungsorten keine Parkplätze zur Verfügung stehen. Ab 12 Uhr findet die Siegerehrung im "Luftgarten Berlin" statt. In dem Biergarten können Besucher am Sonntag von 8 Uhr bis 14 Uhr eine Ausstellung namens "Expo" besuchen und am Abend das Finale der Fußball-Europameisterschaft ansehen.

Neben dem 5150-Wettkampf gibt es auch einen Triathlon-Sprint für sportliche Einsteiger. Die "Anfänger" schwimmen 750 Meter in der Spree, fahren 20 Kilometer auf dem Rad zum Flughafen Tempelhof und laufen fünf Kilometer. Die Teilnehmer am Sprint-Wettbewerb starten direkt im Anschluss an den Hauptwettkampf. Für die kurze Distanz haben sich nach Angaben des SCC rund 800 Sportler angemeldet.

Nicht nur beim Veranstalter laufen die Vorbereitungen für die Premiere auf Hochtouren. Auch die Triathlon-Teilnehmer des Morgenpost-Teams haben sich intensiv auf den Wettkampf vorbereitet. "Ich musste am vergangenen Sonntag beim Schwimmen im Schlachtensee feststellen, dass das Wasser noch sehr kalt ist", sagt Stephan Exler. "Beim Kraulen ist mir teilweise richtig die Luft weggeblieben." Ein Schwimmversuch mit einem Tauchanzug aus Neopren einen Tag später schlug fehl. "Der ist viel zu schwer und bietet nicht die richtige Bewegungsfreiheit." Am Sonntag, so Exler weiter, "werde ich sicher persönliche Grenzen überwinden müssen. Ich werde aber ohne Uhr und ohne Zeitdruck an den Start gehen".

Sascha Schmidt hat sich vorgenommen, die Ziellinie nach spätestens zweieinhalb Stunden zu überqueren. In den letzten Tagen vor dem Wettkampf hat er nur noch kurze Trainingseinheiten absolviert. "Lockeres Schwimmen, kurze schnelle Fahrten auf dem Rad über zwei Kilometer und auf der Tartanbahn schnelle Läufe über jeweils 400 Meter", erklärt er seine Trainingspläne. "Ich wollte nur eine gewisse Spritzigkeit in den Körper hineinbekommen." Nach einem Triathlon über die mittlere Distanz Mitte Juni seien seine Beine noch recht leer.

Alexandra Weber, die einzige Frau im Morgenpost-Team, sagt, dass sie ihr Training drei Tage vor dem Wettkampf "runtergefahren" hat. "Kurze Lauf- und Radeinheiten und am Sonnabend eine lockere Belastung." Dann will sie viele Kohlehydrate essen und früh ins Bett gehen. Einen Wunsch hat sie noch für Sonntag: "Sonniges, nicht zu warmes und trockenes Wetter und keinen Gegenwind." Ein Wunsch, den sie vermutlich mit den Hauptfavoriten teilt. Seine Teilnahme zugesagt hat unter anderem der Rostocker Michael Raelert. Der zweifache Weltmeister auf der Mitteldistanz (70.3) hatte zuletzt Wettkämpfe auf Mallorca und in der Schweiz gewonnen. Bei einem Ironman-70.3-Rennen schwimmen die Sportler 1,9 Kilometer, legen 90 Kilometer auf dem Rad zurück und laufen einen Halbmarathon über 21,1 Kilometer. Die Gesamtdistanz über 113 Kilometer entspricht 70,3 Meilen. Daher der Name 70.3. Dieser Wettkampf feiert im kommenden Jahr in Berlin Premiere - am 16. Juni 2013.

"Wir freuen uns, dass wir in der deutschen Hauptstadt mit ihrem sportlichen Image ab dem kommenden Jahr mit einem Ironman 70.3 mit hochklassigem Triathlonsport auftreten können", sagt Rolf Aldag, Managing Director Germany WTC. Die World Triathlon Corporation veranstaltet und vermarktet unter anderem den offiziellen Ironman-Triathlon auf Hawaii. "Jeder Athlet, der am Sonntag beim 5150 in Berlin ins Ziel kommt, hat ein Anrecht auf einen Startplatz beim Ironman 70.3 Berlin im kommenden Jahr." Bei diesem Wettkampf über insgesamt 113 Kilometer werden je nach Platzierung Punkte verteilt, die dann zur Teilnahme am legendären Hawaii-Ironman im Oktober 2013 berechtigen.