100 Dinge in Berlin

Für Abenteurer in Schöneberg

Expedition in die Wildnis eines alten Rangierbahnhofs

Wie sieht eigentlich die blauflügelige Ödlandschrecke aus, wie blüht die Sichelmöhre, wie singt die Nachtigall? Die Antworten finden Naturliebhaber mitten in Berlin, im vielleicht verwunschensten Park der Stadt, einer kleinen Wildnis, die in sechs Jahrzehnten zwischen alten Bahnanlagen entstanden ist: dem Naturpark Schöneberger Südgelände. Also, Naturführer eingepackt und ab zur Expedition. Wer entdeckt beim Spaziergang über die hölzernen Stege als erster Weidenröschen und Waldrebe? Wer sich die Zeit nimmt, kann reichlich entdecken. 30 Brutvogelarten, 57 Spinnenarten, 95 Wildbienenarten, 15 Heuschreckenarten, über 350 Pflanzenarten und 49 Großpilze besiedeln das 18 Hektar große Gelände. Trockenrasenflächen und urwüchsiger Wald bieten die Lebensräume. Soviel Natur ist selten. Bahnliebhaber finden mit Dampflok, Drehscheibe und Wasserturm außerdem die rostigen Relikte der Eisenbahnzeit. Kunstfans können sich an Skulpturen und begehbaren Installationen erfreuen. Dabei ist der Park auf dem Gelände eines ehemaligen Rangierbahnhofs - seltsamerweise - in weiten Teilen Berlins immer noch ein Geheimtipp.

Schöneberger Südgelände, am S-Bahnhof Priesterweg, 9 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit, Eintritt: 1 Euro.