Für Nostalgiker in Pankow

Ein kleiner Ausflug in die Gründerzeit

Berlin, arm, aber sexy?

Schon Ende des 19. Jahrhunderts traf Ersteres nicht auf alle Bewohner der Stadt zu. Wie das wohlhabende Bürgertum der Gründerzeit lebte, zeigt die Museumswohnung in Pankow. Herrenzimmer, Salon und Berliner Zimmer sind nahezu originalgetreu im damals modernen Stil des Neorokoko erhalten. In den Ecken reich verzierte Kachelöfen, schwere Möbel, Kronleuchter, feines Porzellan und natürlich - man hatte schließlich nicht nur Geld, sondern auch Kultur - ein Klavier. Auf dem Beistelltischchen liegt die Pfeife im Aschenbecher, als sei der Hausherr nur kurz unterwegs, um seine Geschäfte zu erledigen. An der prächtig bemalten Stuckdecke umschwirren Engel und Elfen seine Initialen F.H. Der Stuhlrohrfabrikant Fritz Heyn ließ sich Haus und Garten an der nach ihm benannten Heynstraße 1893 errichten. In die Beletage zog er mit seiner Familie ein. Seit dem Tod der Töchter in den 70er-Jahren nutzt der Bezirk die Wohnung, seit den 90er-Jahren als Museum. Ein Glücksfall, denn tatsächlich ist vieles erhalten geblieben und wird liebevoll gepflegt und präsentiert.

Museum Pankow, Heynstraße 8, S-Bahn Wollankstraße oder Pankow, U-Bahn Pankow. Geöffnet: Di., Do., So., 10-18 Uhr, Eintritt frei