Für Lässige in Charlottenburg

Vive la France - Boule spielen an der Schloßstraße

Eine Bank muss sein, sonst rollt hier gar nichts.

Am besten eine schöne lange, wie die grünen Holzbänke auf dem Mittelstreifen der Schloßstraße. Auch eine Bahn braucht man, eine möglichst ebene, leicht sandige Piste, auf der die schweren Kugeln rollen, ohne zu viel Tempo zu machen. Die breite von Linden gesäumte Promenade zwischen Zillestraße und Spandauer Damm ist perfekt. Viel mehr braucht es nicht, um den öffentlichen Raum zum Spielplatz für Erwachsene zu machen. An schönen Tagen finden sich Boulespieler in kleinen Grüppchen auf der Allee ein, die ihnen eine etwa 500-Meter-Bahn mit Gratisblick auf das Schloss Charlottenburg bietet. Pétanque oder Boule ist ein schöner und unaufwendiger Zeitvertreib, der Spezialisten und Anfänger in Stellung bringt, sie zu Gelächter, Flüchen und angeberischen Ouvertüren verleitet. Spaziergänger, Jogger und Radfahrer werfen bewundernde Blicke, wenn die silbernen Kugeln am leuchtend bunten "Schweinchen" liegen bleiben. Hier gibt es viele Bänke, an einer lehnen die Fahrräder der Spieler, und auf ihr breitet sich das aus, was zum Savoir vivre dazugehört - das Picknick, Baguette und Wein, Kuchen und Prosecco. Wer das vergisst, kann sich auch im Restaurant "Kastanie" stärken. Dort kann man übrigens auch Boule-Kugeln leihen.