Geschichte

Neue Dauerausstellung über Willy Brandt

Unter den Linden öffnet am Mittwoch große Schau

Nicht einmal 20 Jahre lebte und wirkte Willy Brandt in der deutschen Hauptstadt - und trotzdem ist er der wohl wichtigste, auf jeden Fall der weltweit bekannteste Berliner. Er war Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger, Staatsmann und Fürsprecher der Wiedervereinigung. Seine letzte große Rede 1991 trug dazu bei, dass der Bundestag sein Domizil am Rhein aufgab. Jetzt, kurz vor dem 20. Todestag des Politikers im Oktober und gut ein Jahr vor der 100. Wiederkehr seines Geburtstages, eröffnet die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung in ihrem Forum Unter den Linden eine neue Dauerausstellung. Ab Mittwoch ist sie zu sehen.

Das Gebäude Unter den Linden 62-68, günstig gemietet aus Bundesbesitz, hat mit dem Leben des Regierenden Bürgermeisters in der Zeit des Mauerbaus direkt nichts zu tun, es ist kein authentischer Ort. Die Stiftung hatte zuvor seit 1994 ihren Sitz im Schöneberger Rathaus, wo aber immer weniger Besucher kamen. Am neuen Ort, der bereits mit Wechselausstellungen bespielt wurde, ist jetzt eine sehr sachliche Schau entstanden. Geschäftsführer Wolfram Hoppenstedt und Kurator Wolfgang Schmidt haben sie so konzipiert, dass Laufpublikum sie rasch in Grundzügen aufnehmen kann. Gleichzeitig aber bietet sie genug Information, dass Besucher in zwei oder drei Stunden intensiv Neues erfahren können.

Unter den Linden 62-68. Ab 20. Juni tgl. außer montags 10-18 Uhr. Eintritt frei

( sfk )