Polizei

Mutmaßliche Vergewaltiger vor dem Haftrichter

Weiterer Verdächtiger wird mit Fotos aus Überwachungskamera gesucht

Die Tat geschah vor einem Jahr. Aber erst nach der Veröffentlichung von Videobildern der BVG konnte eine Gruppe von mutmaßlichen Vergewaltigern dem Haftrichter vorgeführt werden. Die drei mutmaßlichen Sexualverbrecher, die am 3. Juni des vergangenen Jahres eine 20-Jährige auf einem Neuköllner Spielplatz vergewaltigt haben sollen, wurden am Mittwoch dem Richter vorgeführt. Wie berichtet hatten sich die drei Männer im Alter von 17 und 18 Jahren im Beisein einer Anwältin der Polizei gestellt. Zur Tat machten sie keine Angaben.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost hatte sich die Ermittlungsarbeit der Polizei so lange hingezogen, weil das Opfer zwar nach Zuraten einer Freundin kurz nach dem Zwischenfall Anzeige erstattet hatte, aber erst nach einem halben Jahr soweit war, eine Vernehmung bei der Polizei zu überstehen. Die Traumatisierung sei zu stark gewesen. Demnach habe sie einen der vier Männer sympathisch gefunden und sich auch zu ihm hingezogen gefühlt, die drei Beschuldigten seien hinzu gekommen und hätten sie in der Folge zum Trinken von Alkohol genötigt und anschließend vergewaltigt. Ein Polizeibeamter berichtet, dass Spermaspuren gesichert werden konnten. Ein Angehöriger eines der Verdächtigen sprach gegenüber dieser Zeitung davon, dass keinerlei Gewalt angewandt und der Geschlechtsverkehr freiwillig vollzogen worden wäre. Ein Verwandter hätte die drei jungen Männer auf den Bildern der Überwachungskamera erkannt und sie dazu gedrängt, sich der Polizei zu stellen. Angaben zu dem vierten möglichen Täter sollen sie nicht gemacht haben. Ein Ermittler sagte, dass sich die jungen Männer darüber bewusst sein könnten, personell in der Überzahl zu sein und sich deshalb eine Geschichte auszudenken. Andererseits gibt es bislang keine Zeugen für die Tat. "Sollte jemand an diesem Tag im Bereich des Spielplatzes etwas beobachtet haben, sollte er sich den Behörden melden, um an der Aufklärung mitzuwirken", sagte ein Polizeisprecher.

In der Vergangenheit hat die Berliner Polizei mehrfach Bilder aus Überwachungskameras eingesetzt und damit auch einige Fahndungserfolge verbuchen können. Derzeit sucht sie nach einem Mann, der am 11. Januar 2012 gegen 6 Uhr 10 im Charlottenburger U-Bahnhof Bismarckstraße einer Frau den Anhänger ihrer Halskette geraubt hatte. Zum Zeitpunkt der Tat befand sich die 54-Jährige im U-Bahnzug der Linie U 7, der im Bahnhof stand. Der Täter stieg dort in den Zug ein, beobachtete die Frau kurz und riss von hinten an deren Halskette. Da sich die Kette nicht löste, wurde die Frau durch die Wucht des Angriffs zu Boden gerissen. Dabei gelang es dem Unbekannten, den goldenen Kettenanhänger zu lösen, mit dem er dann aus dem stehenden Zug flüchtete und über die Treppen des U-Bahnhofes entkam. Hinweise zu dem gesuchten Mann nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.