Rückblick

Das BER-Desaster - Chronik der vergangenen Tage

8. Mai - Auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Schönefeld geben Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (beide SPD) sowie die Flughafengeschäftsführer Rainer Schwarz und Manfred Körtgen bekannt, dass die für den 3. Juni geplante Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER nicht zu halten sei. Begründet wird die Absage mit Problemen beim Brandschutz im Terminalgebäude. Flughafenchef Schwarz kündigt an, dass der BER "nach den Sommerferien" an den Start geht. Wowereit und Platzeck fordern, dass der neue Flughafen noch im August eröffnet wird.

9. Mai - Die großen deutschen Fluggesellschaften Lufthansa und Air Berlin teilen mit, trotz der kurzfristigen Terminverschiebung ihr ab 3. Juni deutlich ausgeweitetes Flugangebot ab Berlin beibehalten zu wollen. Die Maschinen sollen statt vom BER nun vom alten innerstädtischen Airport Berlin-Tegel abheben.

12./13. Mai - Ungeachtet des geplatzten Eröffnungstermins veranstaltet die Flughafengesellschaft zwei Publikumstage am neuen Flughafen in Schönefeld. Mehr als 100.000 Besucher kommen. Einblicke ins Terminal bleiben ihnen aber verwehrt. Doch auch außerhalb des Gebäudes bekommen sie noch viel Unfertiges zu sehen. Viele bezweifeln, dass der BER noch in diesem Jahr in Betrieb gehen kann.

16./17. Mai - Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft tagt bis tief in die Nacht. Das Ergebnis: Die Eröffnung des BER wird auf den 17. März 2013 und damit um neuneinhalb Monate verschoben. BER-Chefplaner Manfred Körtgen wird abgelöst, die Zusammenarbeit mit der Planungsgemeinschaft, in der auch Flughafenarchitekt Meinhard von Gerkan vertreten ist, soll ebenfalls beendet werden. Eigene Verantwortung am Flughafendesaster sieht der Aufsichtsrat nicht.

18. Mai - Das BER-Desaster wird im Verkehrsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses beraten. Mehr als drei Stunden stehen Flughafenaufsichtsratschef Klaus Wowereit (SPD) sowie Flughafenchef Rainer Schwarz den Abgeordneten Rede und Antwort. Beide erklären, dass erst Anfang Mai klar gewesen sei, dass die Genehmigungen für den Flughafen nicht mehr rechtzeitig zu bekommen sind. Es habe zwar bereits vorher Hinweise auf Schwierigkeiten gegeben, doch seien stets Lösungen dafür angekündigt worden.

21. Mai - Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck verteidigt im Potsdamer Landtag den Aufsichtsrat gegen Vorwürfe, er sei seiner Verantwortung nicht gerecht geworden. Er räumt aber ein, dass sich allein die Kosten für das Terminalgebäude auf 1,22 Milliarden Euro verdoppelt haben. Geplant waren ursprünglich 630 Millionen Euro. Die Gesamtkosten für den BER sollen inzwischen bei mehr als drei Milliarden Euro liegen.

25. Mai - Der Skandal um die kurzfristige Verschiebung des BER ist jetzt sogar Thema im Deutschen Bundestag. Es hagelt Häme und Kritik, vor allem an der Arbeit der politisch Verantwortlichen.

31. Mai - Die Luftfahrtbehörde genehmigt zusätzliche Starts vom Berliner Flughafen Tegel nach 23 Uhr, wenn eigentlich das Nachtflugverbot gilt. Damit soll sichergestellt werden, dass die Airlines ihr am BER geplantes Angebot auch von Tegel fliegen können. Die von Air Berlin gewünschten Starts vor morgens 6 Uhr werden dagegen abgelehnt.