Buddy-Bären

Das sagen Morgenpost-Leser

Herr Schultz von der Villa Grisebach hat völlig recht - die erneute Aufstellung dieser Kitschbären kann dem Niveau eines Weltstadtboulevards nur abträglich sein. Ist es nicht genug, dass der Pariser Platz bereits zum Rummelplatz degradiert wurde, muss auch der Kurfürstendamm wieder zur Bulettenmeile gemacht werden? Nachdem endlich die eleganten Luxusgeschäfte wieder zurückgekehrt sind und einige Plätze wieder zum Verweilen laden, sollten die Bezirksverantwortlichen einmal daran denken, welche Besuchergruppe das meiste Geld in die öffentlichen Kassen spült. Es sind die zahlungskräftigen Kultur-, Messe- und Kongressgäste! Es wäre besser, den Kurfürstendamm weiter im Gesamtbild zu verbessern, so zum Beispiel den Mittelstreifen als Promenade neu zu gestalten. Für die Plastikbären gibt es genug Kinderspielplätze und Schulhöfe, die man damit beglücken könnte.

Kurt Hermandung, Direktor des Hotels "Kronprinz", Halensee

Seit fünf Jahren lebe ich in Berlin. Ich fühle mich hier sehr wohl, ich bin begeistert von dieser Stadt! Und die Buddy-Bären gehören für mich einfach zu Berlin, sie sind cool und strahlen so viel Freundlichkeit aus. Ich verstehe die Meinung von Herrn Schultz nicht, sie spiegelt - so habe ich das Gefühl - die eines "ehemaligen Westberliners" wider, der nicht erkennen will, dass sich die Stadt total verändert hat - zum Positiven! Berlin ist Weltstadt, und dazu gehören so verrückte Ideen wie die Buddy Bears. Hier hatte der Senat irgendwann einmal eine geniale Idee!

Raika Smith, Prenzlauer Berg

Buddy-Bären sind Symbole einer Spaßgesellschaft. Diese offenbar politisch gewollte Infantilisierung der Gesellschaft korrespondiert mit einer Verleugnung zunehmender Verrohung und Verwahrlosung öffentlicher Räume. Man will drängenden Problemen nicht mehr in die Augen schauen, sondern Gute-Laune-Projekte gegen vermeintliche Spaßverderber und Miesmacher etablieren. Ein souverän-gelassener, eleganter Kudamm als Weltstadt-Boulevard hat offenbar ausgedient. Stattdessen müssen bemüht-bunte Plastikskulpturen die Straße bevölkern. Würdevolle Grandezza ist das nicht, sondern Bouletten-Boulevard der Flitzpiepen.

Johannes Buchholz, 10717 Berlin

Zunächst bekenne ich, dass ich ein Fan der Buddy-Bären bin. Zu der Frage der Buddy-Bären auf dem Kudamm bin ich etwas zwiegespalten, und ich meine, dass sowohl Herr Bernd Schultz als auch Herr Reinhard Naumann - teilweise - recht haben: Als Unternehmer erlebe ich es fast jede Woche, wie meine Geschäftspartner aus Fernost in die Buddy-Bären verliebt sind, und ich glaube, jeder nimmt sich eine Miniatur mit nach Hause. Die Buddy-Bären werben nicht nur für Berlin - sie sind das emotionale Symbol Berlins. Die Ausstellung der United Buddy Bears im vergangenen Jahr hat erst bewirkt, dass das 125-jährige Jubiläum des Kudamms von vielen bewusst wahrgenommen wurde. Eine Ausstellung an einem Ort (zum Beispiel wie 2011 an der Ecke Knesebeckstraße) wäre zu begrüßen. Buddy-Bären jedoch als Ersatz für Blumenkübel sind abzulehnen.

Eugen Lundt, Westend

Ich besuche Berlin schon seit 45 Jahren regelmäßig. Die Buddy-Bären auf dem Kurfürstendamm sind eine ganz tolle Idee. Sehr viele Gäste wie ich haben es sich nicht nehmen lassen, Erinnerungsfotos mit den Buddys zu machen. Eine tolle Werbung für Berlin. Lasst sie nicht sterben.

Achim Rinke, per E-Mail

Pummelige Bären aus Plastik stehen für die Kunst- und Kulturstadt Berlin, die doch so gerne Weltmetropole wäre? Über Geschmack kann man sicher streiten, doch passen diese niveaulosen Straßenmöbel kaum zu den preußisch-strengen Steinfassaden, mit denen sich das neue Berlin vom austauschbaren Billig-Stil aller Herren Länder abzusetzen sucht.

Andreas Mietzsch, per E-Mail