Personalien

Heimsieg für Jan Stöß im Spitzenduell um SPD-Vorsitz

Dieser letzte Sieg im Nominierungsduell für den künftigen Berliner SPD-Chef war vorherzusehen: Sein Heimatbezirk Friedrichshain-Kreuzberg votierte mit 72 von 88 Stimmen für Herausforderer Jan Stöß. Auf den amtierenden SPD-Vorsitzenden Michael Müller entfielen 14 Stimmen. Ein Delegierter enthielt sich, eine Stimme war ungültig.

Das grandiose Ergebnis war nicht überraschend: Stöß (38) wurde bereits im Frühjahr mit knapp 92 Prozent in seinem Amt als Kreischef von Friedrichshain-Kreuzberg bestätigt. In dem Kreisverband trafen die beiden Kontrahenten zum 15. Mal aufeinander. Vor dem Parteitag am 9. Juni war es auch das letzte Mal. Die Nominierungen in den zwölf SPD-Kreisverbänden sind damit abgeschlossen. Sowohl nach den Kreis-Voten (7:5) als auch bei den Delegiertenstimmen liegt der Sprecher des linken Flügels damit in Führung vor Müller. Die Wahl auf dem Parteitag gilt dennoch als offen und knapp. Denn nicht alle der Delegierten werden in der geheimen Abstimmung der Empfehlung ihres Kreisverbandes folgen. Müller (47) führt die Berliner SPD seit 2004 und stellt sich zur vierten Wiederwahl.

Die Berliner SPD hat rund 16.500 Mitglieder. Die Wahl des Vorsitzenden werden aber nur die 225 Delegierten entscheiden, die von den zwölf Kreisverbänden anteilig nach deren Mitgliederzahl zum Parteitag geschickt werden. Die meisten Delegierten entsendet Steglitz-Zehlendorf (29). Sein Schattenkabinett hatte Stöß bereits Anfang Mai vorgestellt. Stellvertreter bleiben würde demnach die Staatssekretärin in der Arbeitsverwaltung, Barbara Loth, und Ex-Finanzstaatssekretärin Iris Spranger. Neu sind der Neuköllner Kreischef Fritz Felgentreu und der Regierungsdirektor im Bundesfinanzministerium, Philipp Steinberg.