Nahverkehr

Ausfälle und Verspätungen bei der S-Bahn

Kabeldiebe, ein morscher Baum und eine Signalstörung behindern den Zugverkehr

Ein Kabeldiebstahl, ein morscher Baum und eine Signalstörung haben am Dienstag für Verspätungen und Beeinträchtigungen in weiten Teilen des Berliner S-Bahn-Netzes gesorgt. Nach dem Diebstahl von Kupferkabeln fuhr die Ringbahn S 41/42 zwischen Landsberger Allee und Greifswalder Straße nur im Zehn-Minuten-Takt. Zwischen den Stationen Wannsee und Griebnitzsee wurde der Verkehr der S 7 unterbrochen, da ein Baum auf die Schienen zu stürzen drohte. Am Ostkreuz sorgte eine technische Störung für Beeinträchtigungen bei den Linien S 5, S 7 und S 75 auf der Stadtbahn. In dem Fall war die Ursache noch unklar.

Ein aufmerksamer Beobachter, so ein S-Bahn-Sprecher, hatte am Dienstag gegen 9.40 Uhr gemeldet, dass ein Baum auf die Schienen zu stürzen drohte. Die Bahn reagierte sofort und unterbrach den S-Bahn-Verkehr auf der Linie S 7 zwischen Wannsee und Griebnitzsee. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet. Außerdem hielten die Züge der Regionalexpress-Linie 1 zwischen Wannsee und Potsdamer Hauptbahnhof ausnahmsweise in Griebnitzsee. Arbeiter benötigten Zeit bis 13.45 Uhr, um den morschen Baum zu fällen. Erst danach konnte die Strecke wieder freigegeben und der Normalbetrieb zwischen Berlin und Potsdam wieder aufgenommen werden.

Noch zeitraubender waren die Störungen, die Kabeldiebe am Dienstag verursachten. Die Diebe hatten in der Nacht Signal- und Sicherungskabel auf einer Länge von 16 Metern gestohlen. Daher fuhren die Ringlinien 41 und 42 zwischen Landsberger Allee und Greifswalder Straße ab vier Uhr morgens nur im Zehn-Minuten-Takt. Um die Strecke zu entlasten, pendelte die Flughafen-Linie S 9 nur zwischen Schönefeld und Treptower Park. "Auf der S 41 konnten wir den Fünf-Minuten-Takt ab zwölf Uhr wieder aufnehmen", sagte der Bahnsprecher. Die S 42 dagegen durfte noch im Feierabendverkehr lediglich im Zehn-Minuten-Takt rollen, um den Arbeitern Gelegenheit zu geben, an den Kabeln zu arbeiten. Nach Angaben der Bundespolizei hatten Unbekannte in der Nacht zwischen Landsberger Allee und Greifswalder Straße die Kabel entwendet. Beamte hätten das Gebiet auch mithilfe eines Hubschraubers abgesucht, jedoch keine Spur von den Tätern gefunden.

Wegen hoher Weltmarktpreise für Kupfer und andere Metalle sind Kabel ein begehrtes Diebesgut. Erst in der vergangenen Woche war es zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Ein 42-Jähriger wurde in der Nacht zum Sonnabend am S-Bahnhof Schönholz erwischt, als er 40 Meter Kabel wegschaffen wollte. Dabei entstand der Bahn laut Polizei ein Schaden von mehreren Tausend Euro. Kabeldiebstähle haben sich für die Bahn bundesweit zu einem Problem entwickelt, das im vergangenen Jahr einen Schaden von 15 Millionen Euro verursachte. Berlin und Brandenburg zählen dabei zu den Schwerpunkten. Vier Millionen Euro betrug allein in diesen beiden Ländern der Sachschaden. 227 Taten erfasste die Bahn im Jahr 2011 in Berlin, 70 mehr als noch im Vorjahr.