Denkmalschutz

Gaslicht-Fans fordern Aufschub des Lampentauschs

Der geplante Abbau der Gasleuchten hat die Kritiker auf den Plan gerufen.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, der Verein "Denk mal an Berlin", der Heimatverein Charlottenburg, Vereine wie "Gaslicht-Kultur" und Bürgerinitiativen fordern vom Senat einen Aufschub der Demontage, damit Fachleute aus Kultur, Gaslichttechnik, Industriegeschichte und Denkmalschutz zusammen mit der Behörde einen "Masterplan Gaslicht" erarbeiten. Ziel ist eine behutsame Stadterneuerung. Zumindest in ausgewählten baulich geschützten Bereichen sollen mit Gas betriebene Straßenlaternen erhalten bleiben. "Natürlich gibt es einen Veränderungsdruck, es gibt technische Neuerungen, denen verschließen wir uns nicht, aber wir wollen das weltweit einmalig historische Berliner Gaslicht zumindest mit einem repräsentativen Anteil erhalten", sagte Bertold Kujath, Vorsitzender des Vereins Gaslicht Kultur, der seit drei Jahren geführte Touren durch gasbeleuchtete Straßen und über Plätze mit Gaslaternen anbietet. Bei dem Treffen, zu dem die Denkmalschützer am Montagabend ins Rathaus Charlottenburg eingeladen hatten, wurde vor allem auch kritisiert, dass die Öffentlichkeit kaum beteiligt werde. "Bislang ist uns die Diskussion übers Gaslicht von der Senatsverwaltung verwehrt worden", sagte Hans-Peter Lühr vom Bürgerverein Frohnau. Frohnau und Hermsdorf seien flächendeckend mit Gasleuchten bestückt, ein kultur- und industriehistorisches Alleinstellungsmerkmal, das die Bürger im Norden Berlins nicht so einfach aufgeben wollten. Der Plan der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sieht vor, etwa fünf Prozent der rund 36.000 Berliner Gas-Leuchten zu erhalten.