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Fast 1,5 Millionen Polizei-Notrufe - Jeder zehnte ist unwichtig

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Jeder zehnte Notruf bei der Berliner Polizei war im vergangenen Jahr kein Notfall.

Viele Bürger erkundigten sich nach dem TV-Programm, Bahnverbindungen, ihrem abgeschleppten Auto oder dem richtigen Weg, wie Polizeisprecher Stefan Redlich sagte. Auch, wo die nächste Arztpraxis oder Apotheke liegt, wollten viele wissen. Ohne diese banalen Anliegen gab es im Vorjahr 1,26 Millionen echte Notfälle. Lediglich aus rund jedem zweiten Anruf ergab sich aber auch ein Einsatz. Insgesamt 667.987 Mal machten sich Funkwagen nach Notrufen auf den Weg - ein Plus von zwei Prozent gegenüber 2010.

Insgesamt gingen bei der Berliner Polizei im vergangenen Jahr rund 1,45 Millionen Notrufe ein - im Schnitt klingelte es alle 22 Sekunden in der Einsatzleitzentrale. Insgesamt gab es fast 35.000 Anrufe mehr als im Jahr zuvor. Ob dies mit der in dem Zeitraum parallel gestiegenen Zahl der Straftaten zu tun hat, wollte Redlich nicht bestätigen. Um die 110-Leitungen freizuhalten, beendet die Polizei künftig unwichtige Anrufe vorzeitig. Bürger bekommen dann zu hören: "Hierfür bitte ich um Verständnis. Auf Wiederhören." Allgemeine Fragen von Bürgern nimmt die Polizei unter Tel. 030/4664-4664 entgegen.

Nach Angaben der Behörde wählten rund 60 Prozent der Anrufer die 110 von ihrem Handy aus. Die meisten Notrufe gab es an Neujahr zwischen Mitternacht und 1 Uhr - alle sechs Sekunden bimmelte es in der Silvesternacht bei der Polizei. An solchen Tagen arbeiten bis zu 24 Mitarbeiter in der Einsatzleitzentrale, sagte der Polizeisprecher. Unterdessen müssen Bürger auch weiterhin unter Umständen Geduld mitbringen, wenn sie den Notruf wählen. In Spitzenzeiten können immer noch Engpässe auftreten. Nach 15 Sekunden bittet eine Tonbandstimme, nicht aufzulegen. Nach 40 Sekunden wird der Anruf auf den Monitoren der Beamten markiert und vorrangig behandelt.

( dpa )