Kultur

Berlin genießt den frühen Sommer

Freibäder, Biergärten, Strandbars, Volksfeste, Ausflugsziele - Morgenpost-Reporter geben Tipps für einen schönen Sonntag

Strahlender Sonnenschein, keine Wolke am Himmel und Temperaturen bis zu 30 Grad: Für die Freibäder war dieser Beginn der Saison eine Punktlandung. "Der erste richtig warme Tag im Jahr und das genau zum Start der Freiluftsaison", sagte Matthias Oloew, Sprecher der Bäderbetriebe. Das sei noch nicht so oft vorgekommen. Die Berliner zog es bei diesem Wetter zu Tausenden ans Wasser. Bis zum Nachmittag hatten insgesamt knapp 10.000 Gäste eine Eintrittskarte in eines der sieben offenen Bäder gelöst.

Ob baden, in einem Strandkorb sitzen oder ein kühles Bier in einem Biergarten trinken: In Berlin gibt es unzählige Möglichkeiten, die Sonne zu genießen und einen Miniurlaub vom Alltag zu nehmen. Die Berliner Morgenpost gibt Tipps für Wasserfreunde, Strandgänger und Unternehmungslustige.

Frei- und Sommerbäder Zu den gut besuchten Bädern gehören das Strandbad Wannsee, das Freibad Jungfernheide und das Freibad Lübars sowie die Sommerbäder in Kreuzberg (Prinzenbad), Wilmersdorf, Spandau Süd und am Olympiastadion. Am Wannsee und in Kreuzberg sei es am Sonnabend bereits zu ersten Schlangen an der Kasse gekommen, sagt Oloew. Lange Wartezeiten habe es trotzdem nicht gegeben. 3500 Badegäste vergnügten sich bei einer Wassertemperatur von etwa 15 Grad am und im flachen Wannseewasser. Zum Vergleich: Am ersten warmen Märzwochenende kamen 4000 Besucher an zwei Tagen. Im Kreuzberger Prinzenbad waren es am Sonnabend 1500 Badegäste.

Nur eine kleine Panne gab es zum Start. Im Sommerbad Wilmersdorf fiel die Kasse aus. Jeder Besucher habe daher per Hand sein Ticket bekommen, so der Bäder-Sprecher.

Im Prinzenbad in Kreuzberg gibt es in dieser Saison eine Premiere: Zum ersten Mal seit vier Jahren sind alle vier Becken in Betrieb. Für die Badegäste stehen jetzt zwei 50-Meter-Becken, ein Nichtschwimmerbecken und ein Planschbecken zur Verfügung. Für die kleinen Badegäste gibt es eine Rutsche. Tgl. 7 bis 19 Uhr, Prinzenstraße 113-119, Kreuzberg.

Auch alle anderen Sommerbäder haben bereits ab 7 Uhr geöffnet. Andere Öffnungszeiten gelten für die Freibäder an Seen. Die meisten, wie das Freibad Lübars, öffnen um 8 Uhr. Das Strandbad Wannsee hat zum Beispiel am Wochenende von 8 bis 20 Uhr, in der Woche von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Wannseebadweg 25, Eintritt 4,00 Euro, erm. 2,50 Euro, www.berlinerbaederbetriebe.de

Bootsfahrten Raus aufs Wasser, ohne nass zu werden. Das bietet etwa die Stern- und Kreisschifffahrt mit der Spreefahrt zum Müggelsee. Los geht es am Hafen Treptow, vorbei am Köpenicker Schloss und Rathaus zum größten See Berlins und wieder zurück. Startzeiten: 10, 11, 13.30 und 15 Uhr. Preis: 14,50 Euro. Tel. 53 63 600, www.sternundkreis.de

Die Schlösserrundfahrten von "Schiffahrt in Potsdam" führen in 90 Minuten vorbei an den Prachtbauten und schönen Gärten der Hohenzollerndynastie, darunter dem Park Babelsberg mit seinem Schloss. Abfahrtszeiten von Potsdam Lange Brücke zwischen 10 und 17.30 Uhr. Preise: 13 Euro, auf dem Dampfschiff "Gustav" 14 Euro. Tel. 0331/ 275 92 10, www.schiffahrt-in-potsdam.de.

Klassische City-Touren hat die Reederei Winkler im Programm. Von der Schlossbrücke am Charlottenburger Ufer fährt man drei Stunden lang vorbei an Schloss Bellevue, dem Nikolaiviertel bis zum Märkischen Ufer und wieder zurück. Preis: 19 Euro, Abfahrt tgl. 10.10 Uhr und 14.15 Uhr. Tel. 349 95 95, www.reedereiwinkler.de

Biergärten Direkt am Landwehrkanal liegt der idyllische Biergarten Brachvogel. Hier gibt es Ofenkartoffeln, Gegrilltes, aber auch Pizza und Pasta. Die angeschlossene Minigolf-Anlage existiert seit 1959. Tgl. ab 9 Uhr, Carl-Herz-Ufer 34, Kreuzberg. Tel. 69 30 432, www.brachvogel-berlin.de

Der Biergarten des Zollpackhofs an der Spree gegenüber vom Kanzleramt lockt ab 11 Uhr mit Flammkuchen, Brez'n und Nudelsalat. Für Kinder gibt es einen Spielplatz. Elisabeth-Abegg-Str. 1, Moabit. Tel. 33 09 97 20, www.zollpackhof.de.

Das Loretta am Wannsee ist ein Traditionsbiergarten mit bayerischem Flair. Es bietet Klassiker wie paniertes Schweineschnitzel und süße Spezialitäten wie Crêpes mit Kirschen und Schokoeis. Tgl. ab 11 Uhr. Kronprinzessinnenweg 260, Wannsee. Tel. 80 10 53 33, www.loretta-berlin.de

Strandbars Palmen, Liegestühle und exotische Longdrinks gibt es am Capital Beach am Hauptbahnhof. Die Gäste werden an ihren Strandkörben bedient und können aus rund 60 Cocktails wählen. Ab 18 Uhr legen DJs auf. Tgl. ab 10 Uhr, Ludwig-Erhard-Ufer, Tiergarten, Tel. 0163/5654122, www.capital-beach.eu

Die höchste Strandbar Berlins gibt es in Prenzlauer Berg: Das Deck 5 befindet sich auf einem Parkdeck. Mo.-Sbd. 10 bis 0 Uhr, So. 12 bis 0 Uhr, Schönhauser Allee 80, Einlass über Greifenhagener Straße neben der Parkhauseinfahrt, www.freiluftrebellen.de

In der Strandbar Schönwetter am Mauerpark ist Grillen angesagt: Besucher können sich das nötige Gerät dazu ausleihen und Mitgebrachtes grillen. Mi. bis Sbd. ab 16 Uhr, So. ab 11 Uhr, Bernauer Str. 63, Gesundbrunnen, www.schoenwetter-berlin.de

Raus ins Grüne Erst im vergangenen Jahr wurde der Grunewaldturm nach langjähriger Sanierung wiedereröffnet. Die 36 Meter hohe Aussichtsplattform bietet einen schönen Blick über die Havel. Als Spezialität wird im Restaurant derzeit Beelitzer Spargel angeboten, etwa mit Sauce Hollandaise und Kartoffeln. Havelchaussee 61, Grunewald. Tel. 41 72 00 01, www.restaurant-grunewaldturm.de

Für Familien bietet sich ein Besuch des Freizeitparks Lübars an. Neben Wander-, Reit- und Radwegen gibt es einen riesigen Spielplatz für Kinder und Jugendliche samt Rutschen und Buddelkasten. Di. bis Fr. ab 9 Uhr, Sbd., So. und feiertags ab 10 Uhr, Alte Fasanerie 6.

Volksfeste Noch bis Dienstag findet das 55. Treptower Hafenfest statt. Rund um die Anlegestelle an der Puschkinallee 15 treten verschiedene Musikbands und Theatergruppen auf. Sonntag und Montag von 10 bis 24 Uhr, Dienstag bis 21 Uhr, www.sternundkreis.de.

Eine halbe Million Besucher erwartet die Stadt Werder bis zum 6. Mai zum traditionellen Baumblütenfest. Im Ort gibt es nicht nur Live-Bühnen, Kaffee und Kuchen, sondern auch den berühmten Obstwein. Die Regionalbahn verkehrt im Halbstundentakt zwischen Wannsee und Werder. www.baumbluete.de

Historisch geht es dagegen auf dem Mittelaltermarkt auf dem Gutshof zu Schloss Britz zu, das seine Tore für über 50 Handwerker- und Händlerstände geöffnet hat. Neben Gauklern und Wahrsagern treten auch Ritter und Musiker auf. Alt-Britz 73, So. 11 bis 22 Uhr, Eintritt 6 Euro, erm. 4 Euro, Mo. 11 bis 22 Uhr und Di. 11 bis 19 Uhr, Eintritt 8, erm. 6 Euro, Tel. 60 97 92 30, www.schlossbritz.de.

Auf zum See Oft unterschätzt, aber besser als sein Ruf ist der Flughafensee in Tegel. Erst am Sonnabend wurde der Baggersee gründlich gereinigt und entmüllt. Jetzt lädt er wieder zum Entspannen ein.

Der südlich von Potsdam gelegene Schwielowsee eignet sich nicht nur für Spaziergänge. Vor allem der kleine Ort Caputh ist mit seinem Schloss sehenswert. Am Strandbad können auch Surfbretter, Kajaks und Katamarane ausgeliehen werden. www.schwielowsee.de