Kunst-Projekte

Mehr Licht

In der City West werden Bahnbrücken beleuchtet. Strom und Wartung sollen aber die Anlieger bezahlen

Mehr Strahlkraft in der City West, weniger Dunkelheit unter Bahnbrücken - das ist das Ziel von Lichtinstallationen, mit denen acht Brücken in den kommenden Jahren ausgestattet werden sollen. Es sind leuchtende Kunstwerke, die die Berliner und Touristen erfreuen werden. Beginn ist an der Hardenbergstraße, der Kantstraße und der Bleibtreustraße. Aus dem Förderprogramm "Aktive Zentren" stellt das Land dafür 2012 und 2013 rund 440.000 Euro zur Verfügung. Doch das Lichtkonzept hat eine private Kofinanzierung als Voraussetzung: Bevor es verwirklicht werden kann, muss sicher sein, dass auch der Strom und die erforderlichen Wartungsarbeiten bezahlt werden können. Anlieger und Gewerbetreibende aus dem Umfeld sollen sich in den kommenden zehn Jahren an diesen Kosten beteiligen. Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD) und die Arbeitsgemeinschaft City suchen jetzt nach Sponsoren.

Die Lichtkunstwerke sollen zunächst an den Brücken in der Bleibtreustraße und der Kantstraße installiert werden. Zur Brücke am Bahnhof Zoo soll es noch Gespräche mit der Deutschen Bahn AG gegeben. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hatte 2011 einen Wettbewerb für das Lichtkonzept initiiert. An der Bleibtreustraße wird der Entwurf der Lumix building solutions GmbH realisiert: mit einer kreisförmigen Beleuchtung, deren Farbe und Rhythmus sich ändert - je nachdem, wie sich die Bahnen, die Passanten und die Autos bewegen. Etwa 130.000 Euro kostet die Installation. Der Entwurf für die Kantstraße stammt von der Arup GmbH Deutschland. Kosten: 160.000 Euro. Die Kassetten und Träger der denkmalgeschützten Brücke werden angeleuchtet. Die Unterseite des Bauwerks erscheint in Weiß-Nuancen.

Die jährlichen Kosten für die ersten beiden Lichtkunst-Projekte liegen bei etwa 6600 Euro: 4300 Euro sind an der Bleibtreustraße erforderlich, 2300 an der Kantstraße. Es gebe bereits Zusagen von Sponsoren, teilten Bürgermeister Naumann und der Vorstandschef der AG City, Klaus-Jürgen Meier, mit. 25.000 Euro will die Stiftung Lebendige Stadt für die Brücke an der Bleibtreustraße bereitstellen. "Auch kleinere Beiträge in größerer Anzahl tragen zum Erfolg des Projektes bei", so der Bürgermeister.

Um weitere Geldgeber zu gewinnen, sind das Lichtkonzept und die Siegerentwürfe aus dem Wettbewerb am Dienstag den Anliegern und Gewerbetreibenden bei einer Informationsveranstaltung vorgestellt worden. Wer einen Beitrag leisten möchte, kann sich an die AG City wenden (Tel. 262 95 91). Weitere Lichtinstallationen soll es an den Brücken der Fasanenstraße, der Grolmanstraße, der Knesebeckstraße, der Uhlandstraße und der Hertzallee geben. Der Abschluss des Projekts ist für 2015 geplant. Der Bund der Steuerzahler hat das Lichtkonzept schon 2011 kritisiert. Er befürchtet, dass die Realisierung der Installationen teurer wird als vorgesehen.