Mitgliederversammlung

CDU will mehr Wohngemeinschaften für Pflegebedürftige

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Die Berliner CDU möchte pflegebedürftige, alleinstehende Senioren vermehrt in Pflege-Wohngemeinschaften unterbringen.

Gleichzeitig sollen diese Wohngemeinschaften besser kontrolliert werden. Das hat die Partei am Dienstagabend in einer Mitgliederversammlung im Kino Cinestar am Potsdamer Platz beschlossen.

200 Christdemokraten diskutierten über das Thema "Lebenswertes Berlin - in jedem Alter".

"Der demografische Wandel macht auch vor der vermeintlich jugendlichen Metropole Berlin nicht halt", sagte der CDU-Landesvorsitzende und Innensenator Frank Henkel. Bis 2030 werde das Durchschnittsalter der Berliner von heute 42 auf 45 Jahre steigen, die Zahl der Pflegebedürftigen von 100.000 auf 170.000. "Die Union ist die politische Kraft, die die großen Themen anschiebt", sagte Henkel. Mit der Mitgliederversammlung wolle man an die "lebendige Diskussionskultur" aus dem Wahlkampf anknüpfen, sagte Henkel. Gesundheitssenator Mario Czaja sagte, um vermehrt Pflege-WGs einrichten zu können und zudem das verstärkt notwendige barrierefreie Wohnen auch in der Innenstadt zu ermöglichen, müsse die Berliner Bauordnung geändert werden. "In unseren schönen Altbaubeständen ist das sonst nicht möglich", sagte Czaja. Der Senator kündigte an, mehr Transparenz für Pflegebedürftige und Angehörige über die Qualität von Pflegeangeboten zu schaffen. Czaja warb auch für eine bessere Verteilung von Fachärzten über das Berliner Stadtgebiet. Denn eine wohnortnahe Ärzteversorgung sei ein wesentliches Merkmal für die Lebensqualität gerade älterer Menschen. Bisher gebe es in einigen Bezirken einen Mangel an bestimmten Fachärzten, sagte Czaja. Andere seien überversorgt. Das liege daran, dass Berlin in der ärztlichen Planung als eine Region angesehen werde. Czaja sagte zu, diesen Zustand zu verändern, um besser steuern zu können. Weiterhin will die CDU der wachsenden Altersarmut vorbeugen, indem auch Menschen über 50 wieder schneller in Arbeit vermittelt werden. Ein Ziel der Union ist weiterhin, die Möglichkeiten gerade von Ruheständlern für ehrenamtliches Engagement zu verbessern. Der Landesvorsitzende der Berliner Seniorenunion, Detlef Schmidt, fand lobende Worte dafür, dass die Partei das Thema demografischer Wandel aufgegriffen hat. Aber eines ärgere viele Mitglieder der Seniorenunion, sagte Schmidt. "In vielen Fragen werden wir nicht ernst genommen, weil wir schon so alt sind", klagte der Seniorenunions-Chef.

Und ein Anliegen gab er den Regierungspolitikern mit auf den Weg. Es sei nicht einzusehen, warum es Altersgrenzen bei der Besetzung von Bezirksbürgermeister- und Stadtratsposten gebe. "Das ist Altersdiskriminierung und gehört abgeschafft", sagte Schmidt.

( jof )